Schnupfermeisterschaften „ausgeschnupft“

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Vorsitzender Arnold Hiltl war erfreut, dass er bei der Jahreshauptversammlung im Vereinslokal Gasthaus Dietz zahlreiche Mitglieder begrüßen konnte. Der 1973 gegründete Schnupfer-Club Ensdorf zählt zurzeit 241 Mitglieder.

Nach dem Gedenken für verstorbene Mitglieder galt sein besonderer Dank Vereinswirt Herbert Dietz. Der 1. Vorsitzende ließ ein erfolgreiches Schnupferjahr Revue passieren. Er berichtete von der letzten Jahreshauptversammlung mit Vereinsmeisterschaft wobei Petra Scharl mit 3,79 Gramm bei den Damen und Georg Hiltner mit 4,19 Gramm bei den Damen siegten. Ferner von der Waldweihnacht auf dem Eggenberg mit der anschließenden Weihnachtsfeier bei besinnlicher Zithermusik im Gasthaus Dietz, vom Bockbierfest, von Winterwanderung Emausausflug, der Bewirtung der Bittgänger nach Götzenöd, der sehr schönen Zwei-Tagesfahrt nach Sinsheim und Heidelberg. Der Vorsitzende dankte seiner Vorstandschaft, vor allem „Allzeit-Kassier“ Gerhard Krause, Schriftführerin Sieglinde Scharl und Chronist Johann Wisgickl, sowie und allen Aktiven, Gönnern und Helfern für die geleistete Arbeit. Sechs Mitgliedern wurde von der Vorstandschaft mit Geschenken  zum 50. Geburtstag, sieben  zum 60. und, fünf acht zum 70. zum 80. Geburtstag gratuliert. Bei vielen Vorstandssitzungen wurden die einzelnen Aktionen beraten.  

Am 12. November findet eine Wanderung nach Waldhaus statt. Abmarsch um 14.30 Uhr in Ensdorf beim Vereinswirt, in Wolfsbach um 15.00 Beim Schützenheim in Wolfsbach. Die Waldweihnacht auf dem Eggenberg ist für 17. Dezember geplant, das traditionelle Bockbierfest ist für 17. März im Vereinslokal Dietz. Die Emmauswanderung findet am 10. April statt.

Kassier Gerhard Krause berichtete über die gute Finanzlage des Schnupfer-Clubs. Die Kassenprüfer Waltraud Schwendner und Karl-Heinz Wolfram sen. bescheinigten ihm nach Prüfung einwandfreie und übersichtliche Kassenführung.

Schnupfermeisterschaften "ausgeschnupft"

Seit 38 Jahren besteht der Schnupfer-Club Ensdorf. Am vergangenen Samstag wurden zum 38. Mal die vereinsinternen Schnupfermeisterschaften  „ausgeschnupft“. Spannend machten es die 16 Teilnehmer – darunter vier Damen - auch diesmal bis zur letzten Prise.

Vorsitzender Arnold Hiltl legte als erster Teilnehmer gleich beachtliche 3,60 Gramm  vor. Allerdings reichte es wieder einmal nicht  zum Sieg. Seit Jahren schafft ein Mitglied immer über vier Gramm in seiner Nase unterzubringen: Mit einer neuen Rekordmarke siegte Georg Hiltner mit sagenhaften 4,49 Gramm. Bei den Damen „schwächelte“ heuer Petra Scharl etwas, wurde aber mit 3,16 Gramm souverän „Damenmeisterin“.  Die Trostpreise gingen an Werner und Sieglinde Scharl mit 1,40 bzw. 1,53 Gramm.

„Nur“ 16 TeilnehmerInnen traten am Samstag im Vereinslokal Gasthaus Dietz zum Wettkampf um die 38. Schnupfermeisterschaft an den Tisch mit den vorbereiteten „Dusn“: vier Damen und zwölf Herren. Zuvor schon hatten die „Wiegemeisterinnen“  Betti und Sieglinde Scharl unter den strengen Augen von Schiedsrichter Werner Scharl die würzigen fünf Gramm „aechten Schmalzer“ auf Hundertstel Gramm genau in die nummerierten Schnupftabakdosen eingewogen. Dann wurde den einzelnen Teilnehmern erst ein „Latz“ umgehängt. Von Zeitnehmer Gerhard Krause kam das Kommando: „Dose öffnen! Achtung! Schnupf!“ Nun hatten die Wettkämpfer exakt 60 Sekunden Zeit, um möglichst viel von dem würzigen „Tubak“ in eines oder beide Nasenlöcher zu stopfen. „Pfui Teifel!“ und „Des is a Sauerei!“ war vereinzelt zu hören. Nach dem „Stopp!“ reinigte „Bürstlerin“ Rosi Hammer Nase, Hände und eventuellen Bart, denn nur der wirklich im „Riechkolben“ untergebrachte Schmalzler zählt für die Wertung. Deshalb wurden auch Restbestände in der Dose und alles, was auf dem Latz gelandet war, wieder peinlich genau zurück gewogen und von den ursprünglichen fünf Gramm abgezogen.

Mindestens eine weitere Minute musste dann das aromatische schwarzbraune Pulver in der Nase verbleiben, sonst wäre der Teilnehmer gnadenlos disqualifiziert worden. Aber bei den routinierten Club-Schnupfern war dies nicht der Fall. Wenngleich krampfhaft der Atem angehalten, ein Niesen unterdrückt werden musste und manche Träne wegen des beizigen Geschmacks bzw. Geruchs und des „Nasenkitzels“ aus den Augen über die Backe lief. Erst nach einer Minute nahte die Erlösung und ab ging es zur „Reinigung“, sprich Nasendusche.

Den Siegern winkten Urkunden und genüssliche bzw. dekorative Sachpreise, ebenso den Letztplatzierten als Trost.