Jahreshauptversammlung der FFW Ensdorf

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

„37 Feuerwehrdienstleistende, darunter fünf Damen, hat momentan die Ensdorfer Feuerwehr“, verkündete Kommandant Hans Singer bei der Dienst- und Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus. „Im Jahr 2010 wurden 55 Übungen mit rund 1390 Übungsstunden absolviert, darunter eine Großübung im Kloster und zwei Einsatzübungen in Wolfsbach und Diebis im Rahmen der Aktionswoche.“

Im vergangenen Jahr wurde die Ensdorfer Wehr zu 32 Einsätzen mit 362 Einsatzstunden gerufen. Zu zwei Bränden, vier Fehlalarmen, 26 Technischen Hilfeleistungen. 2004 waren es 55 Einsätze, 29 in 2005, 46 in 2006, 30 in 2007, 29 in 2008, 30 in 2009.  „Die Tagesalarmstärke werktags zwischen 7 und 17 Uhr ist nach wie vor nicht gewährleistet. Aber das Problem haben alle Wehren auf dem Land, weil viele Leute auswärts arbeiten“, so Singer.

Gerätewart Christian Hammer, unterstützt von Gerald Wissen, ist verantwortlich für die Einsatzbereitschaft der Wehr und leistet „sehr gute Arbeit“. Geräte und Ausrüstungsgegenstände wurden ihrer jährlichen Prüfung unterzogen. „Unsere Fahrzeuge sind ‚noch’ einsatzbereit. Das LF 8 weist durch sein Alter (Indienststellung 1983) doch schon erhebliche Mängel auf und verursacht teuere Reparaturen, lässt auch im Fahrverhalten zu wünschen übrig. Die Gemeinde muss sich Gedanken machen, in den nächsten Jahren ein neues Fahrzeug anzuschaffen“, erklärte Kommandant Singer. Gerätewart  Hammer berichtete, dass mit dem LF8, das mittlerweile 39922 Kilometer auf dem Buckel hat, im letzten Jahr 1211 Kilometer gefahren wurden, im Einsatz 108. Der Tacho des Vorausrüstwagens zeigt 21895 Kilometer an. In 2010 wurden 2155 Kilometer gefahren, 141 davon im Einsatz. Hochdrucklöschgerät, Anhängeleiter, Spreitzer, Rettungsschere und Zylinder wiesen bei den Überprüfungen keine Mängel auf. 49 C-Schläuche und 36 B-Schläuche wurden in Amberg überprüft.

Der Bereich Funk und Beleuchtung wurde von OLM Werner Kammerer geleitet. Er wartete und prüfte alle Funkgeräte und Meldeempfänger, Beleuchtungs- und andere elektrischen Geräte wie Euroblitzer und Handscheinwerfer und entlastete so spürbar die Arbeit des Gerätewartes.

Kommandant Singer berichtete über monatliche Gruppenführerbesprechungen, über Kommandantentagungen auf Kreis- und Bezirksebene, Erste-Hilfe-Kurs, Vilstaltriathlon, Motorsägenkurs und Jugendwarttagung, die SMS-Alarmerung, die oberpfalzweite Tagung des Fachbereichs 9 (Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung) in Ensdorf, Truppmann/Truppführerausbildung, die technische Ausrüstung des Gerätehauses mit PC, Drucker, Telefon und Internet. Durchgeführt wurde die Erhebung und Bestandsaufnahme für die integrierte Leitstelle. Rauchmelder wurden an junge Familien übergeben.

Für das Jahr 2011 kündigte der Kommandant die im März wieder startenden Funkübungen an. Zwei Kameraden nehmen am Maschinistenlehrgang teil, Termin für den Landkreislauf ist der 14. Mai. Vilstaltriathlon findet im August, ein Motorsägenkurs am 8. Oktober statt. „An die Gemeinde wird der Antrag auf Kauf ein neues Löschfahrzeuges gestellt.“ Beschafft werden sollen heuer doppelllagige Einsatzhosen und Großraumholster für Atemschutzgeräteträger sowie Ersatz für defekte Euroblitzer.

Kommandant Singer dankte abschließend allen aktiven Feuerwehrleuten für ihre Leistung und ihren Einsatz sowie den Firmen, welche die Arbeit der Ensdorfer FFW gesponsert haben. Sein Dank galt auch Bürgermeister und Gemeinderat, der Gemeindeverwaltung und den Mitarbeitern des Bauhofes, dem Feuerwehrverein und den Feuerwehr-Führungskräften des Landkreises. 

Zum Feuerwehrmann wurden Manuel Wondrak und Georg Wein befördert, zum Oberfeuerwehrmann Freiherr Ruppert von Hanstein, Michael Harrer sowie Cliff und Marvin Thomas, zum Hauptfeuerwehrmann Martin und Wolfgang Reiser, Gerald Wiesen, Philipp Hammer und Manfred Hofmann, zum Hauptlöschmeister Werner Kammerer, zum Oberbrandmeister Freiherr Thilo von Hanstein und Hubert Haller sowie Richard Reiser zum Hauptbrandmeister.

In unzähligen Stunden hat Feuerwehrkamerad Harry Hawliceck ein maßstabs- und detailgetreues Modell des alten Feuerwehrgerätehauses gebaut. Er übergab es an Kommandant Hans Singer und Vereinsvorsitzenden Richard Reiser.     

„Die Gemeinde Ensdorf hat zurzeit 17 Atemschutzgeräteträger, davon sieben Kameraden der FFW Wolfsbach“, berichtete der neue Atemschutzwart Martin Reiser. Im vergangenen Jahr machten drei das Atemschutzleistungsabzeichen. Eine Belastungsübung „Personenrettung im Kirchturm Ensdorf“ wurde durchgeführt. Beteiligt waren die Atemschutzgeräteträger an der Großübung im Kloster und Einsatzübungen in der Aktionswoche in Wolfsbach und Diebis. Einen „heißen Einsatz“ gab es Holzstoßbrand in Wolfsbach. Dieses Jahr werden alle 17 Atemschutzgeräteträger zu Wiederholungsübungen nach Amberg geschickt, vier Mann zur Heißausbildung und Hitzegewöhnungsübung. Ein Kamerad aus Wolfsbach geht zum Grundlehrgang. „Alle Termine für Übungen und Termine für G26 sind auf der Internetseite der Feuerwehr Ensdorf zu finden unter www.ff-ensdorf.de Aktive Wehr Atemschutz.

Der neue Oberbrandmeister Freiherr Thilo von Hanstein hat für den überörtlichen Feuerwehrdienst an Samstagen des vergangenen Jahres 26 Motorsägenkurse mit 618 Teilnehmern geleistet und war dafür 262 Stunden im Einsatz. Zudem leistete er 42 Stunden als Wertungsrichter bei Leistungsabzeichen, 23 Stunden für den Fachbereich 9 und 18 Stunden Vorbereitung und Durchführung gemeinsam mit Bianca Hammer als Ausrichter eines halbtägigen Workshops für Brandschutzaufklärer und Brandschutzerzieher.

„Zum Jahresende hatte die Ensdorfer Jugendfeuerwehr nach vier Neuzugängen 13 Mitglieder“, so Jugendwart Dominik Kaluza, der von Wolfgang Reiser, Freiherr Thilo von Hanstein und Christoph Staufer in seiner Arbeit unterstützt wird. Neben 161 Stunden für Übungen fielen 306 Stunden für Planung und Vorbereitung, 42 für Besprechungen, Sitzungen, Tagungen, 77 für Fortbildungen und 392 für Zeltlager, Freizeiten, Fahrten an. Durchschnittlich erbrachte jeder Jugendliche 417 Stunden, Ausbilder 724 Stunden. Fünf Jugendfeuerwehrler legten Jugendflamme Stufe 1 ab, der Wissenstest „Brennen und Löschen“ wurde durchgeführt. Drei errangen Stufe Bronze, zwei Silber, einer Gold, einer Urkunde 1 und drei Urkunde 3. Drei nahmen am Erste-Hilfe-Kurs teil, vier am Lehrgang für Sprechfunker. Weitere Teilnahmen: 1. Bayerischer Leistungswettbewerb im Jungendwettbewerb des CTIF in Neunburg vorm Wald, Jugendfeuerwehrwettbewerb in Rieden mit dem 1. und 2. Platz, Truppmann/Truppführer mit je vier Personen, 38. Landestreffen der niederösterreichischen Feuerwehrjugend mit Ablegung des FJLA von Bronze und Silber und Platz 2 in der Gästewertung in Silber und Bronze, Jugendzeltlager in Schnaittenbach. Besichtigt wurde von der Jugendfeuerwehr die FFW Burglengenfeld. Unterstützt hat die Jugendwehr beim Rosenmontagsball, dem Knackwurstfest und der Verkehrsregelung beim Eggenbergfest sowie beim Baumfall- und Erdäpfelfeuerfest. Durchgeführt hat sie die Bachreinigung  für das Gemeindefest. Gruppenvierter wurde die JF Ensdorf beim Fußballturnier der Kreisfeuerwehrjugend. Die Jugendwarte nahmen an der Jugendwartschulung in Hirschau und dem Jugendwartausflug nach Pilsen teil.

„Dienstherr“ Bürgermeister Markus Dollacker lobte die großartige Leistung der Ensdorfer Jugendfeuerwehr. Er dankte den Feuerwehrmitgliedern und der Vorstandschaft des Feuerwehrvereins für die Unterstützung der aktiven Wehr, den Aktiven für ihre Übungs- und Einsatzbereitschaft. „Feuerwehrdienst ist nicht alltäglich“ betonte er. „Die Feuerwehr gewährt Sicherheit. Dafür herzlichen Dank im Namen aller Bürger. Sein besonderer Dank galt Kommandant Hans Singer und Gerätewart Christian Hammer. Zwar ist die ehrwürdige alte Dame LF8 schon sehr betagt, muss aber noch einige Zeit Dienst tun“, erklärte der Bürgermeister. Im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten werde aber die Gemeinde für eine einsatzkräftige Wehr sorgen. „Die Aufgaben der Feuerwehr sind wichtiger als manches andere.“

Feuerwehrverein

„Nach drei Todesfällen und sechs Neuaufnahmen zählt der Feuerwehrverein Ensdorf aktuell 334 Mitglieder und drei Ehrenmitglieder“, erklärte Vorsitzender Richard Reiser bei der Jahreshauptversammlung am Samstag im neuen Feuerwehrgerätehaus. Der verstorbenen Mitglieder wurde in einer Schweigeminute gedacht.

Er begrüßte zahlreiche Mitglieder und aktive Feuerwehrler, KBM, Kreisjugendwart und stellvertretenden Kommandanten Hubert Haller. Auch Bürgermeister Markus Dollacker war anwesend, allerdings konnte Reiser keinen der Gemeinderäte begrüßen. In seinem Rückblick erinnerte der Vorsitzende an vier Vorstandssitzungen, mehrere kleine Besprechungen und die traditionellen Veranstaltungen. Teilgenommen hat der Verein am Florianstag in Schmidmühlen, dem Gemeindefest, dem 50-jährigen Gründungsfest des Obst- und Gartenbauvereins, dem Eggenbergfest und am Wandertag in Ensdorf und hat in einer kleinen Feier Pater Georg Matt vom aktiven Dienst verabschiedet. Zur Fronleichnamsprozession und zum Volkstrauertag wurden Abordnungen gestellt. Vereinskini wurde Cliff Thomas. Ausgerichtet wurde wieder die Jakobi-Kirwa. Beim Helferfest wurden zwei Kameraden für 25 Jahre Treue zum Verein geehrt, fünf für 40 Jahre und drei für 50 Jahre.

„71500 Euro wurden von der Vereinskasse für das neue Feuerwehrhaus ausgegeben“, erklärte Kassier Michael Dollacker. „Darauf können wir stolz sein.“ Er berichtete über die gesunde Finanzlage des Vereins. Die Kassenprüfer Thilo Freiherr von Hanstein und Daniela Ott bescheinigten ihm „einwandfreie und saubere“ Kassenführung. Die Versammlung entlastete einstimmig die Vorstandschaft.

Reiser bedankte sich bei den Mitgliedern für die gute Zusammenarbeit, bei seiner Vorstandschaft für die Unterstützung. Für das Jahr 2011 stehen neben den traditionelle Veranstaltungen schon folgende Termine fest: 7. März. Rosenmontagsball, 8. Mai. Florianstag in Ensdorf. 

Nach zehn Jahren Vereinsvorsitz, in die so wichtige Ereignisse wie Anschaffung und Renovierung einer gebrauchten Anhängeleiter, Inbetriebnahme und Einweihung des Mehrzweckfahrzeuges sowie Planung und Neubau des neuen Gerätehauses gefallen waren, wollte Richard Reiser sein Amt zur Verfügung stellen. Schließlich ließ er sich doch dazu überreden, noch einmal für fünf weitere Jahre zu kandidieren.

Die turnusmäßigen Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Richard Reiser, stellvertretender Vorsitzender Manfred Hofmann, Schriftführer Manuel Wondrak (Josef Besenhard hatte nach 15 Jahren nicht mehr kandidiert), Kassier Michael Dollacker. Zu Beisitzern wurden Werner Kammerer, Bianca Hammer, Josef Besenhard und Christoph Staufer gewählt. Kassenprüfer bleiben Freiherr Thilo von Hanstein und Daniela Ott.

Michael Dollacker regte eine monatliche Zusammenkunft älterer Feuerwehrmitglieder im Gerätehaus an. Mit dem Feuerwehrmotto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ beendete der „alte und neue“ Vorsitzende Richard Reiser die gut besuchte Jahreshauptversammlung im neuen Feuerwehrgerätehaus und lud zu einer kleinen Brotzeit ein.