Bunter Pfarrfamiliennachmittag

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Beim bunten Pfarrfamiliennachmittag füllten viele Besucher den Theatersaal des Klosters bis auf den letzten Platz. Michael Dollacker, Sprecher des Pfarrgemeinderates, führte humorvoll durch das Programm des kurzweiligen Nachmittags.

Die Blaskapelle Ensdorf unter Leitung von Hubert Haller eröffnete mit schmissiger Musik. Lustig führte die DJK-Kindergruppe „Spiel und Spaß“ unter Leitung von Beate Schmalzbauer mit Unterstützung von Steffi Roidl und Marie Windisch ihren „Fliegertanz“ auf. Der Katholische Frauenbund hatte die Lacher mit ihrer lustigen Geschichte von der Heiratsannonce in den „Ensdorfer Nachrichten“ auf seiner Seite. Zwei weitere DJK-Kindergruppen unter Einstudierung von Daniela Rienas zeigten einen schwierigen Line-Dance und einen Bauchtanz. Die Ensdorfer Ministranten lockerten das Programm mit den beiden Sketchen „Berufe raten“ und „Sturm-Schaden“ auf. Den ersten Teil des Nachmittags beendete die Singgemeinschaft Männergesangverein Ensdorf/Sängerbund 1880 unter Leitung von Helmuth Walther mit den extra einstudierten und für Männerchor neu arrangierten Schlagern „Tränen lügen nicht“, Marmor, Stein und Eisen bricht“ sowie „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“. Hier animierten sie Pfarrer Pater Hermann Sturm und Bürgermeister Markus Dollacker zu einem „kräftigen Schluck“.

Nach einer Pause mit kleinem Imbiss ging es weiter mit den Wolfsbacher Minis, die in einer ganz besonderen Unterrichtsstunde „Grundkenntnisse der Musik“ vermittelten. Der Pfarrgemeinderat mit Marianne Graf, Johann Frind und Josef List als „Stephansturm“ fragten, ob 2009 wieder ein Jubiläumsjahr wird. In humoriger Weise berichteten sie vom Ensdorfer Jubiläumsjahr 2008: Zehn Jahre Pfarrer Sturm und zehn Jahre Ensdorfer Hexen, 35 Jahre Schnupfer, 60 Jahre „Alte Herren“ Blaskapelle, 60 Pater Georg Matt und 60 Jahre Diözesanpfadfinderinnen, 85 Jahre Klosterbruder Hierl, 90 Jahre Bruder Maniera und Pater Andreas Dietz, schließlich 150 Jahre Salesianer Don Boscos. Auf das Pfarrleben des vergangenen Jahres zurückblickend erinnerten sie daran, dass der Frauenbund auf so viel Altes schnell reagiert und junge bzw. jung gebliebene Kräfte mobilisiert, Klosterdirektor Pater Matt als einziger Mann einen Altenpflegekurs absolviert, es im Kloster ausnahmsweise keinen Feueralarm gegeben hat, dafür aber Besuch von der Polizei wegen Reifenstecher und Spiegelklau. Kritisiert wurde das vom ZEN geplante „Riesensolarkreuz“. Auch der politische Führungswechsel in der Gemeinde von Bürgermeister Karl Roppert zu Bürgermeister Markus Dollacker wurde kommentiert, ebenso der Wechsel in der Leitung der Hauptschule von Dieter Riß zu Siegfried Seeliger. Weitere Themen waren die Adventsfenster und die „Rundum-Kur“ von Pfarrer Pater Hermann Sturm.  

Pfarrer Pater Hermann Sturm berichtete, dass auch in der knapp 2000-Seelen-Pfarrei Ensdorf

die Überalterung der Gesellschaft spürbar sei. Man erfahre seit langem auch einen Wertewandel bzw. –verfall, der sich sehr stark auf die in Kirche und kirchlicher Praxis zeige. Nachdenklich stimme vor allem der Rückgang der Gottesdienstbesucher an den Wochenenden (in Ensdorf nur rund 300 Kirchenbesucher, in Thanheim etwa 60 und in Wolfsbach 80). „Vor allem die Kinder, Jugendlichen, aber auch die mittlere Generation bleiben aus. Wo Kinder keinen Glauben der Eltern und der Familie erfahren, helfen Kindergarten, Schule und viele Gottesdienste wenig“, erklärte Pfarrer Sturm. Kirche bedeute aber Versammlung, die Gemeinde, die sich vor Gott versammelt. Er fragte: „Wie können wir im Verbund mit allen Generationen eine lebendige Kirche bauen und miteinander leben?“

Scharfe verurteilte er die jüngste Medienkritik an Papst Benedikt, auf den vor allem in Deutschland „eingedroschen“ worden sei.  

Dann berichtete er, dass die Orgel der Pfarrkirche St. Jakobus für rund 40000 Euro renoviert werde. Dies geschehe schrittweise, damit sie immer gespielt werden kann. Auch beim Stephansturm steige die Pfarrei mit 5000 bis 10000 Euro ein, denn schließlich stehe er im kirchlichen Friedhof. Dieser wird nach der Sanierung aufgelassen und anders gestaltet wird. Die Heizung des Pfarrhofes soll an die Hackschnitzelheizung des Klosters angeschlossen werden. „Ferner denken manche an eine Kirchen-Innenrenovierung – die letzte  fand 1963 statt. Aber das kostet! Da müssen wir noch viel sparen und viel opfern!“ Abschließend dankte er allen, die in der Pfarrei mitarbeiten und helfen, sowie den örtlichen Vereinen, „allen, die oft im Stillen sich in Ensdorf, Thanheim und Wolfsbach mit einbringen“.

Zahlen aus der Pfarrgemeinde Ensdorf:

  • Etwa 1980 Katholiken
  • Taufen im Jahr 2008: 14
  • Erstkommunkanten im Jahr 2008: 24 (heuer 19)
  • Firmlinge im Jahr 2008: 23 (heuer 24)
  • Trauungen im Jahr 2008: 6 (2007: 7)
  • Beerdigungen 2008: 19
  • Kirchenaustritte: 4
  • Kindergarten: 49 Kinder in zwei Gruppen. Neuanmeldungen 20.