Entlassfeier an der Mittelschule 2019

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung, Schule

„Zeit hat man nicht, die nimmt man sich für das, was einem wichtig ist“, begrüßte Rektorin Helga Gradl die zahlreichen Gäste, Eltern und die 18 Entlassschülerinnen und Entlassschüler in der Aula der Mittelschule Ensdorf.

„Wenn ich so in eure Gesichter schaue, dann sehe ich einige mit Langeweile, andere mit Ungeduld, ein paar mit ein wenig Freude. Genauer hingesehen vor allem Erleichterung“, stellte Ensdorfs Bürgermeister Markus Dollacker bei seinem Grußwort fest. „Die Zeit des Grauens ist vorbei, Hausaufgaben, Proben, Stehgreifaufgaben und Prüfungen gehören der Vergangenheit an.“ Wer das glaube sei schiefgewickelt, denn die Prüfungen würden weitergehen, auch die Hausaufgaben. Deren Überprüfungen nicht mehr der Lehrer mache, sondern das Leben. „Ihr müsst mehr Eigenverantwortung übernehmen. Ihr bekommt seltener ein Lob, dafür viel heftiger Tadel und Kritik, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte“, mahnte er. „Schule war Pflicht. Was jetzt kommt liegt mehr denn je in euerer eigenen Verantwortung und Entscheidung. Ein großer Unterschied und ein gewaltiger Schritt in Richtung Erwachsensein.“ Bürgermeister Dollacker ist sich sicher: „In ein paar Jahren werdet ihr feststellen, wie toll es war an der Schule – auch wenn  ihr dies jetzt noch nicht glauben könnt. „ Er schloss mit: „Ich wünsche euch allen Glück und Erfolg für euere Zukunft und erinnert euch an eine Schulzeit in Ensdorf.“

Von einem weinenden und lachenden Auge, vom geschützten Raum Schule, vom Erobern der Welt sprach Elternbeiratsvorsitzende Carola Jörs. „Glaubt an euere Stärken!“ forderte sie die Entlassschüler auf. „Zeit vergeht, sie ist uns geschenkt“, stellte Religionslehrer Thomas Peter fest und spielte und sang „Sag mir wo die Blumen sind …“

Für sie sei die Zeit wie im Fluge vergangen seit sie die Entlassschüler vor drei Jahren in der 7. Klasse als Klassleiterin übernommen habe. „Ein gutes Zeichen dafür, dass wir eine schöne Zeit mit einander hatten“, stellte Rektorin Helga Gradl bei der Verabschiedung fest. Viel habe man in dieser Zeit gemeinsam durchlebt. Da habe es Zeiten zum Weinen gegeben, man habe aber auch viel gemeinsam gelacht und zusammen ganz viel Freude. „Ihr habt euch viel Zeit füreinander genommen, das hat mir sehr imponiert. Ihr wart sehr sensibel, habt euere Gefühle zum Ausdruck gebracht, offen eure Probleme ausgesprochen, habt soziale Kompetenzen gewonnen“, lobte sie. Viele hätten sich über die Klassengemeinschaft hinaus eingesetzt und viel zum Schul- und Gemeinschaftsleben beigetragen. Sie erinnerte an Theaterauftritte im Seniorenheim und im Schloss Theuern. Den verfilmten „Zauberlehrling“ und den „Knaben im Moor“, den Ensdorfer Adventmarkt und die Betreuung der Grundschüler bei Besuchen, an die Entwicklung des so genannten Modulkoffers der Firma HORSCH, den Einsatz von Corbinian und Paul als Schulsanitäter. „Ihr ward eine sehr kreative Klasse und hattet viele gute Ideen und habt passende Lösungen gefunden“, berichtete die Rektorin. „Es freut mich auch ganz besonders, dass ihr heute die Schule nicht fluchtartig verlassen wollt, sondern hier die Feier noch ausklingen lasst – dies spricht doch dafür, dass euch in der Schule wohlgefühlt habt.“

„An der Schule trägt das ‚grüne Klassenzimmer’ hauptsächlich die Handschrift der jetzigen Abschlussklasse. Sie hat es geplant und war maßgeblich am Bau beteiligt. Rektorin Gradl erinnerte an gemeinsame Unternehmungen: Zwei Nächte lang in der Schule übernachten mit Wanderung zur Kuckuckshöhle und speziellem Johannisfeuer, eine Woche in Waldmünchen und die einwöchige Abschlussfahrt in den Bayerischen Wald mit legendärer Nachtwanderung. „Es braucht nicht viel, um gute Erinnerungen zu haben. „Es braucht nur die richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Sichtlich bewegt sagte Rektorin Helga Gradl; „Ich danke euch für die letzten drei Jahre. Natürlich gab es auch mal anstrengende Tage mit euch, aber im Ganzen betrachtet waren es drei sehr schöne Jahre für mich. Ihr wusset, wann es an der Zeit war, schulisch was zu tun. Ihr ward aber keine Einzelkämpfer, sondern habt euch gegenseitig geholfen und mitgezogen. Eine klasse Leistung! Erholt euch in en kommenden Tagen bzw. Wochen, damit ihr für eueren neuen Lebensabschnitt fit seid. Es wird nicht einfacher werden! Es wird nur einfach anders. Aber ich bin überzeugt, dass ihr euer Leben gut meistern werdet. Lachen und Weinen, Leid und Freude – alles zu seiner Zeit.“

Und an die Eltern gewandt: „Sie können stolz auf ihre Kinder sein!“

Nadine Kölbl und Janin Leithold gaben einen Rückblick aufs Schulleben. Religionslehrer Thomas Peter sang zum Abschluss „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ und Rektorin Gradl erklärte „Time to say goodbye.“

Bei der Zeugnisverleihung hob Rektorin Gradl hervor: Ihr dürft alle stolz auf euch sein! Keiner von euch 18 verlässt die Schule ohne Abschluss!“ Besonders hob sie die drei Quasli-Besten hervor: Corbinian Götz mit 1,5 sowie Nadine Kölbl und Jordan Haas mit 2,0. Als Erinnerung bekamen sie die Abschlussuhr und alle eine DVD über die letzten drei Jahre ihres Schullebens an der Mittelschule Ensdorf.