13. Jahresausstellung der Ensdorfer Künstlergruppe

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Auch heuer wieder wird – nun schon zum dreizehnten Mal – die Jahresausstellung der Ensdorfer Künstlergruppe zu einem kulturellen Höhepunkt im unteren Vilstal. „Die Vorbereitungen zur diesjährigen Ausstellung“, so Organisator Siegfried Link bei einer Vorbesprechung der beteiligten Künstler, „laufen auf Hochtouren.“

 

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 3. Juli, um 18 Uhr im Innenhof des Klosters eröffnet. Ab 19 Uhr lädt dann die Umweltmusikwerkstatt des Klosters zu einem Konzert des Liedermachers Helmut Treml ein, der von Sepp Zauner auf der Feige begleitet wird.  

„Die Verknüpfung von Kunst und Musik spricht die Menschen in einer ganz besonderen Weise an.“ betonte Gerd Seidel. Der schattige Innenhof und der Kreuzgang des Klosters bieten dazu einen hervorragenden Rahmen. Er ist überzeugt, dass die Lieder von Hubert Treml den Eröffnungsabend zu einem zusätzlichen Erlebnis machen werden. Die bei der Besprechung anwesenden Künstler – neun beteiligen sich an der diesjährigen Ausstellung - zeigten sich erfreut, dass ihnen die jährliche Ausstellung im Kloster Ensdorf die Gelegenheit gibt, ihr Schaffen wieder einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Bei der 13. Ausstellung Ensdorfer Künstler werden Margot Babl und Mechthild List Aquarellbilder ausstellen und Siegfried Link Ölgemälde zeigen. Mit „Malerei“ ist Gerd Seidel und Bettina Scharr mit Zeichnungen vertreten. Petra Gross stellt bemalte Fliesen und Acrylbilder aus. Kurt Hügelschäffer präsentiert seine aus Metall gefertigten Objekte. Eugenia Bär ist mit Acrylbildern und Bleistiftzeichnungen dabei. Als Gastkünstler zeigt Leni Fromm eine Auswahl ihrer Acrylarbeiten. Bis zum 31. Juli kann die Ausstellung, die vom Kloster und der Gemeinde Ensdorf unterstützt wird, bei freiem Eintritt im Kreuzgang des Klosters täglich von 9 bis 18 Uhr besucht werden.

Gastkünstlerin Leni Fromm

Gastkünstlerin Leni Fromm, eine gebürtige Ambergerin, lebt seit 2001 in Neumarkt. Ihre Wurzeln liegen in einem kleinen Dorf bei Ursensollen. Sie erlernte den Beruf der Heilerziehungspflegerin, in dem sie seit langem in der Regens-Wagner-Einrichtung in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung arbeitet. Derzeit leitet sie in Lauterhofen eine Wohngruppe für Menschen mit Autismus. Im vergangenen Jahr gründete Leni Fromm eine Kunstgruppe für Menschen mit Autismus, in der Malen wie auch gestütztes Malen möglich ist. „Ebenso arbeiten wir in der Kunstgruppe an Upcycling-Projekten“, berichtet sie der MZ. 

„Malen ist meine große Leidenschaft. Sie begleitet mich seit meiner Jugend. Anfangs malte ich vorwiegend mit Bleistift oder Ölfarben. In den letzten Jahren begann ich wieder intensiver zu malen. Seither arbeite ich überwiegend mit Acryl, Misch- und Schichttechnik. Ich bin 38 Jahre und experimentiere gerne mit Farben, Folien, Strukturmittel usw. Dabei bevorzuge ich 3-D-Keilrahmen. Die meist abstrakten Werke entstehen zum Großteil intuitiv und in Etappen. Die Fertigstellung kann Tage, Wochen und Monate dauern. Zum fertigen Bild nähe ich eine passende Tasche aus Patchworkstoffen, um das Gemälde beim Transport zu schonen. Diese sind im Preis inbegriffen“, schreibt Leni Fromm in ihrer Vita. „Ich nutze die Malerei zur Entspannung. Sie ermöglicht mir in andere Welten einzutauchen und manchen Betrachter dorthin zu entführen. In Leben und Räume Farbe zu bringen, Phantasien zu wecken und zum Nachdenken anzuregen, ist meine größte Motivation beim Malen: ‚Ich mach’ mir die Welt wie sie mir gefällt!’“

Bisher hat Leni Fromm sich an einer Gruppenausstellung in Neumarkt-Sengenthal beteiligt. In Einzelausstellungen waren Werke von ihr im Klinikum St. Marien in Amberg unter dem Motto „Ich mach’ mir die Welt wie sie mir gefällt“ und unter dem Motto „Farbfilm“ in der Frühförderstelle der Lebenshilfe Amberg zu sehen. Von August bis Oktober sind Werke von ihr in der Hammermühle in Hohenburg zu bewundern und von Januar bis März nächsten Jahres im Ärztehaus Dr. Heck und Dr. Röschl in Neumarkt.