Erntedankfest 2014

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Wegen der Renovierung der Pfarrkirche St. Jakobus fand der feierliche Erntedankgottesdienst im Theatersaal des Klosters statt. Der Kirchenchor unter Leitung von Gerhard Tschaffon umrahmte ihn musikalisch. Zuvor schon war der Erntealtar vom Obst- und Gartenbauverein aufgebaut, der Saal geschmückt und die Erntekrone hineingetragen worden.

„Wir sind Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns. Erntedank schließt in unserer Zeit die Besinnung auf die uns von Gott anvertraute Schöpfung ein, die Jahr für Jahr von neuem eine gute Ernte hervorbringt und den Menschen eigentlich alles gibt, was wir zum Leben brauchen“, betonte Pfarrer Pater Hermann Sturm in seine Predigt. Große Freude und Dankbarkeit über die Schönheit der Schöpfung durchziehe die ganze Bibel. Zusammengefasst könne man sagen: „Macht euch die Erde zu einem menschenwürdigen Lebensraum, ohne jedoch die Natur zu zerstören oder zu schänden. Eine intakte Umwelt ist die Voraussetzung für alles Wachsen und Gedeihen. Weil dies oft nicht geschieht, bekommen wir die Quittung schon längst und gewaltig zu spüren.“ Es gehe aber nicht nur um das reine Bewahren, sondern um ein achtsames Mitgestalten der Welt in möglichst großer gegenseitiger Rücksichtnahme. Der Schöpfungsglaube sei auch Handlungsauftrag, um aktives Einstehen – nicht aus schlechtem Gewissen, sondern aus Schöpfungsverantwortung. „Wir können nicht die globalisierte Welt ändern, aber anfangen in unserer kleinen Umwelt, im regionalen Bereich. Das führt uns auch hin zu größerer Lebensqualität“, fuhr der Geistliche fort. „Die Gaben der Natur sind nur ein Teil. Auch im persönlichen und zwischenmenschlichen Bereich brauchen wir wirklich menschliche Sicherheit im Leben.“

„Wer denkt, dankt“ hob Pfarrer Sturm hervor. „Ein dankbarer Mensch ist feinfühlig für das, was um ihn vorgeht und wird verantwortlichen Lebensstil zu pflegen versuchen. Es wird uns bewusst, wie Vieles wir anderen verdanken – vom eigenen Leben angefangen. Wer nicht blind durch die Welt geht, wer wirklich über das Materielle hinausdenkt, der müsste eigentlich über das Geschöpfliche zum Schöpfer, zu Gott finden. Aus dem Denken und Danken müsste als Drittes das Teilen erwachsen.“ Noch nie habe es soviel Reichtum und noch nie soviel Armut – gerade auch in den großen und unmenschliches Krisensituationen unserer Zeit gegeben.

„Danke ist eines der schönsten und manchmal schwierigsten Worte – oder wie wir Christen sagen: Vergelt’s Gott!“ Und so schloss Pfarrer Sturm seine Predigt mit einem „herzlichen Vergelt’s Gott für alle, die sich für die Pfarrgemeinde einbringen, ehrenamtlich in vielseitiger Weise einbringen und mitgestalten“.