Ensdorfer Klosternacht

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Die Salesianer Don Boscos hatten sich zur Ensdorfer Klosternacht einige Attraktionen ausgedacht. Leider spielte Sankt Petrus nicht so recht mit, öffnete pünktlich zu Beginn um 19 Uhr die Himmelsschleusen und ließ es zum Teil kräftig regnen.

Das hielt aber viele Besucher nicht ab, zur Ensdorfer Klosternacht zu kommen. Schon kurz vor Beginn stöberten viele im Kreuzgang beim Flohmarkt, und suchten „Schätzchen“ des Klosters, die beim Umräumen für die für die Kirchenrenovierung zum Vorschein gekommen sind, und zu schade zum Wegwerfen sind. Darunter besondere Stücke aus der  Bücherei, aber auch manche interessante Hinterlassenschaften früheren Patres.

Offiziell begann die Endorfer Klosternacht mit einer feierlichen Vesper in der Hauskapelle mit Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein, welche die Gruppe „Mosaik“ aus Rieden musikalisch umrahmte. „Das Kloster ins rechte Licht zu rücken“ war die erste Idee für die Klosternacht“, betonte er. „Die Idee war bei uns schon geboren, bevor die Arbeitsgemeinschaft der Orden und das Zentrum für Berufspastoral der Orden den Tag der offenen Klöster ausgerufen hat. Heute tun wir das im Verbund mit 300 anderen Klöstern in ganz Deutschland und öffnen und stellen dar, was Klöster bedeuten.“

Umfangreich war denn auch die Darstellung und Arbeit des Salesianer Klosters Ensdorf. Nicht nur als Hüter einer alten Tradition von einer 700-jährigen benediktinischen und über 90-jährigen salesianischen Tradition. „Kloster Ensdorf  - das sind wir Salesianer, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten, die vielen, die das Kloster durch ihr Engagement mittragen, und das sind unsere Koalitionspartner.“  

Ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm mit vielen Attraktionen boten die Salesianer in ihrer „Ensdorfer Klosternacht“: Lichtinstallationen erstrahlten  Eingänge, Pforten, Innenhof und Kirchturm. Der Klosterladen mit vielen interessanten Artikeln war geöffnet, Infos gab es zur Imkerei und deren Klosterprodukte wurden angeboten, bei einem Flohmarkt konnten Schätzchen erworben werden. In der extra eingerichteten „Klosterschänke“ verwöhnte die Klosterküche die Gäste mit besonderen Schmankerln. Neben Gulaschsuppe, gab es Wraps mit individueller Füllung, Obatzdn und Feta-Bärlauch-Creme sowie Flammkuchen, damit der Magen nicht zu kurz kam. Gute Getränke ergänzten das Angebot. Dazu spielten Georg Bayerl und seine Freunde.

Führungen gab es durchs Kloster und das „Kleinod Sakristei“, gezeigt wurde, wie Salesianer im Kloster leben, welche Berufswege es bei den Salesianern gibt. Angeboten wurden Bibelgespräch “Guter Hirte“, Diskussion „Papst Franziskus zu Gegenwart und Zukunft der Kirche“, vorgeführt wurde der Film „Jesus von Nazareth“ von Franco Zefferelli. Eine Kette aus Perlen, von denen eine jede etwas mit dem eigenen Glauben zu tun hat, konnte man beim Offenen Treff knüpfen und mit anderen Glaubens-Perlen-Bastlern ins Gespräch kommen unter dem Motto „Mit den Perlen des Glaubens die Kraft des Wortes Gottes im Alltag entdeckcn“. Die Pfadfinder begeisterten junge Leute beim Lagerfeuer mit Steckerlbrot, mit Nachtgeschichten und spaßigen Spielen sowie dem Schaukeln auf der über 20 Meter hohen „Himmelsleiter“, der vermeintlichen Schwerelosigkeit zwischen Himmel und Erde.

Klangtherapeutin und Bildungsreferentin des Hauses der Begegnung, Stephanie Mauerer zeigte beim „Klangerlebnis“ wie Schwingungen Einfluss nehmen auf das Wohlbefinden des Menschen. Klangschalen und Gongs füllten den Raum der Hauskapelle. Mit meditativen Tänzen ergänzte Ute Meindl-Kett diesen Part.

Ein besonderes Schmankerl war das Harfenkonzert von Veronika Miller-Wabra mit Harfenmusik aus vier Jahrhunderten mit Werken von J.S. Bach, A. Hasselmans, C. Salzedo, B. Andres u.a, sowie Tänzen aus der Renaissance und irischen Melodien im Psallierchor der Kirche.

Sicher nicht zum ersten, aber voraussichtlich nicht zum letzten Mal zeigte Hans Weiß „Ensdorf in alten Bildern“. Im „Erzählcafe“ gab so mancher Gast sein Wissen zu den Fotos, Karten und den drauf zu sehenden Situationen preis.

Im Innenhof des Klosters spielte – trotz strömenden Regens, allerdings gut beschirmt  -    „BLECH“  aus fünf Mitgliedern der Stadtkapelle Neunburg vorm Wald unter Leitung von Anton Lottner im Innenhof des Klosters mit seiner tollen Akustik eine Bläserserenade mit klassischen Werken von Bach und weltlichen „Klassikern“. Sie wurden ebenso wie die Klangperformance von Stefan Huber und Freunden enthusiastisch beklatscht. Multiinstrumentalist Huber tauchte mit teils kuriosen Instrumenten aus seiner Arbeit in der Umwelt-Musik-Werkstatt des Klosters  zusammen mit Wolfgang Kamm und Konrad Lüberitz bereichernd in die Weltmusik ein.

Die Ensdorfer Klosternacht beendeten  der Lobpreis in der Hauskapelle und das benediktinische Komplet mit Pater Harald Neuberger im Psallierchor der Asamkirche.

Über 300 Klöster Deutschlands öffneten am Wochenende ihre Pforten ihre Tore für die Öffentlichkeit. Sie  luden ein, „hinter die Klostermauern“ zu blicken, den Ordensalltag und ihre Arbeit zu zeigen.

„Visionäre in alten Mauern“ ist der Titel der Kunstwanderstation Ensdorf. Ich lese daraus großes Zutrauen  und großen Anspruch“, erklärt Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein. „Das Wirken der benediktinischen und vor allem salesianischen Ordensgemeinschaften ist  inspirierende Wurzel  unseres Engagements ist im unteren Vilstals besonders für junge Menschen und ihre Zukunft. Wir wollen Propheten: Menschen sein, die heute schauen, worauf es morgen ankommt. Wir wissen, dass wir auf dem Weg sind – aber wir stellen uns auf  diesem Anspruch.“