Dienstag wieder Josefi-Feier

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Nach 39 Jahren in der Gemeinde Ensdorf im vergangenen Jahrendlich wieder mal eine Josefi-Feier statt. Auch heuer wird die Tradition aufrecht erhalten. Am Dienstag um 9.30 Uhr wird beim Gottesdienst in der Bartholomäus-Kirche Kaplan Pater Josef Wenzl auf die Bedeutung des hl. Josef als Patron nicht nur der gesamten katholischen Kirche, sondern auch der Schreiner, Handwerker, Zimmerleute und Holzhauer, hinweisen.

Eingeladen zur Josefi-Feier in der Filialkirche Thanheim und dem anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Brotzeit und Musik im Gasthaus „Zur Dorschmiede“ sind alle Josefs, Beppn’n und Sepp’n sowie alle Josefas und Josefinen. Organisatoren sind Josef Reindl aus Ensdorf und Josef Donhauser aus Thanheim. Dann heißt es im Wirthaus auch wieder: „Trink ma auf die Seppn!“ Dann werden sich hoffentlich wieder viele zum Namenstag gratulieren. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 38!

Nachdem das letzte Josefi-Treffen mit dem damaligen Ensdorfer Pfarrer Pater Rieshofer schon 1973 stattgefunden hatte, wurde im Dezember 2011 am Stammtisch die Idee geboren, die Tradition wieder aufleben zu lassen – und künftig wieder jedes Jahr eine Josefi-Feier zu organisieren. 

„Im Jahr 1621 wurde der 19. März als Josefstag zum allgemeinen kirchlichen Feiertag erklärt“, informiert Organisator Donhauser die „Seppn“. Bis 1968 war dieser Tag allgemeiner Feiertag in Bayern – in Österreich haben die Schulkinder heute noch schulfrei! „Leider wurde in Bayern der Josefi-Feiertag dann unter der Regierungszeit von Ministerpräsident Alfons Goppel abgeschafft.“ Donhauser erinnert auch daran, dass 1972 die „Königlich Bayerische Josefpartei“ gegründet wurde, deren  „oberstes und einziges Ziel es ist, den Josefstag wieder als Feiertag einzuführen“ und die weltweit über 6000 Mitglieder zählt, darunter Franz Josef Maget von der bayerischen SPD. Auch unser emeritierter Papst Benedikt XVI. Josef Ratzinger blieb von der Partei nicht unberührt.

Gespannt sind die Organisatoren Josef Donhauser und Josef Reindl, wieviele der  rund 75 Josefs, Josefas und Josefinen aus dem Gemeindereich Ensdorf heuer zur Josef-Feier kommen,   Dann werden sich nach dem Gottesdienst aber die Josefs, Seppn und Beppen, Josefas und Josefinen bei einem Frühschoppen mit süffigem Bier, Weißwürsten, reschen Brezen undf zünftiger Musik wieder den Erinnerungen widmen und bedauern, dass es den „Josefi-Tag“ in Bayern nicht mehr als Feiertag gibt.