Fünf neue ZENioren

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Fünf erfolgreichen Absolventen der „ZEN-Akademie“ in Ensdorf überreichte am Donnerstag in einer Feierstunde Landrat Richard Reisinger dem zweiten Lehrgang ihr Qualifizierungszertifikat „Senioren als Umwelttrainer in Schulen und Kindertagesstätten“.

In einem 60 Stunden umfassenden Lehrgang von September 2011 bis Juli 2012 „mit grundlegender Einführung in die Umweltbildung und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung“, heißt es der Urkunde. „Mit der Erarbeitung und Vorstellung eines eigenen Projekts erwarben sich die Teilnehmer die Voraussetzungen für den Einsatz zur Unterrichtsergänzung an Schulen und Kindergärten“.

„Sie haben sich einer guten Sache verschrieben, ihr bereits umfangreiches Wissen eingebracht“, lobte der Landrat die fünf Absolventen Elisabeth Piehler, Helga Malitzke, Corinna Reichenbach, Ursula Schröpf und Georg Wagner. „Im ZEN, dem Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit in Ensdorf, organisieren wir im Landkreis die Energiewende und arbeiten am Bewusstsein der Bevölkerung nach dem Motto ‚weniger – besser – anders’“, betonte er.

ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf  begrüßte den einstimmigen Beschluss des Kreisausschusses, den Energieverbrauch im Landkreis bis 2020 um 20 und bis 2050 um 40 Prozent und die Emissionen von Klimagasen bis 2020 um 40 und bis 2050 um 90 Prozent senken zu wollen. „Das ZEN baut zeitnah Vorschläge zur Umsetzung  zur Umsetzung der Energiewende aus. Ein großes Potenzial sehen wir hier in den vom ZEN ausgebildeten ZENioren, welche durch ihre künftige Arbeit in den Schulen und Kindergärten den ‚Erwachsenen von morgen’ die Herausforderungen der nächsten Jahre näher bringen können.“ Kopf weiter: „Von Anfang an ist Bildung für nachhaltige Entwicklung in der frühen Kindheit  wichtig. Nachhaltig handeln bedeutet wirtschaftlich leistungsfähig, sozial gerecht und ökologisch verantwortlich zu agieren – das muss eine zentrale Aufgabe frühkindlicher Bildung sein, Dies kann durch das Projekt ‚ZENioren, die Umwelttrainer’ praktisch verankert werden.“

Manfred Klemm, konzeptioneller Projektleiter der ZENioren, dankte Referenten, Seminar- und Exkursionsleiter, der ZEN-Geschäftsleitung, Schulen und Kindergärten für das Entegegenkommen bei Hospitationen, besonders der Umweltschule Ensdorf, die immer wieder unterstützt und versucht, das Projekt besser bekannt zu machen, Grammer-Solar für die Überlassung ihrer Räumlichkeiten und der Sparkasse für ihre finanzielle Unterstützung.. Sein besonderer Dank galt Dieter Riß, dem ehemaligen Rektor der Schule Ensdorf, der sich bereit erklärt hat, als Betreuer „seine gediegenen pädagogischen Erfahrung den Umwelttrainern zugute kommen zu lassen“.

In seinem Rückblick betonte Klemm Ziele des Lehrgangs: „Menschen im Ruhestand eines sinnvolle Freizeitgestaltung und Bereicherung ihres Alltags zu bieten und als Umwelttrainer das pädagogisch.didaktische und methodische Rüstzeug für die Vermittlung ihres Wissens unf ihrer Erfahrungen an Kinder und Jugendliche mitzugeben“.

Während des Lehrgangs von September bis Juli wurden sieben Hospitationen in vier Schulen und drei Kindergärten absolviert, fünf Exkursionen in Wald, Teichbiotop, Kräuterwanderung und einer Umweltpädagogik im Wald durchgeführt. Zwei Halbtagesseminare waren der „modernen Wissensvermittlung“ durch Dr. Ulrich Iberer von des Päd. Hochschule Ludwigsburg, und dem „Aufbau einer Unterrichtseinheit am Beispiel Solar-Energie“ durch Seminarrektor a. D, Hans-Jürgen Frey gewidmet.

„Gegenüber dem ersten Lehrgang“, so Klemm, „wurde die praktische Ausbildung verstärkt. Die angehenden ZENioren entwickelten ihre eigenen Projekte und stellten sie in Schulen und Kindergärten vor.“ Fazit: „Wir können die Damen und den Herrn gerne auf ihre Zielgruppen loslassen. Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht.“

Kritik übte Projektleiter Klemm aber auch. „Die Umwelttrainer werden von den Bildungseinrichtungen noch zu wenig angefordert. Nicht einmal zehn Einsätze in diesem Kindergarten- und Schuljahr zeugen davon, das der Nutzen und Gewinn für Lehrkräfte und Erziehungspersonal  sowie die Senioren noch nicht erkannt wurde. Für die einen ergäbet sich bei entsprechender Vorplanung und Absprache eine Einsparung von persönlicher Vorbereitungszeit als Unterstützung und Ergänzung zum Unterricht in Schulen und Kindergärten und für die anderen eine sinnvolle Tätigkeit im Ruhestand und damit wäre – gesamtgesellschaftlich gesehen – der Umwelttrainer ein kleiner Mosaikstein bei der Lösung der Probleme  des demografischen Wandels.“

Nach wie vor überzeugt sind alle Beteiligten vom Wert des Umwelt-Trainer-Projektes überzeugt und werden alles tun, um den Fortbestand der Lehrgänge zu sichern. Die Zusage des Schulamtes liegt  bereits vor, die Maßnahme bei der Schulleiterkonferenz im Oktober vorstellen zu dürfen. „Besonders wichtig sind persönliche Kontakte zu Schul- und Kigaleitungen, Lehrkräften und Erzieherinnen“, so Klemm abschließend. „Aber auch bei anderen Stellen können ZENioren zum Eissatz kommen wie z. B. bei kommunalen Ferienprogrammen, in der Umweltscheune, bei Vereinsfesten u.v.m.“ Sein Aufruf: Bitte machen sie Reklame, wo immer sie die Möglichkeit haben.“