Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Innensanierung der Pfarrkirche

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt mit 50000 Euro die Innensanierung und –restaurierung der ehemaligen Klosterkirche und jetzigen Pfarrkirche St. Jakobus in Ensdorf. Die Restaurierung der Deckenfresken von Cosmas Damian Asam im Langhaus und über dem Hochaltar werden u.a. erst dank der Mittel der Lotterie Glückspirale möglich.

Am Freitag überzeugten sich Petra Schöllhorn vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD und Hans Menzl von Lotterie Bayern- Glücksspirale mit Architektin Carola Setz, Pfarrer Pater Sturm und Kirchenpfleger Hans Fink von den Sanierungsfortschritten. Ihr Augenmerk legten sie vor allem auf die derzeit laufenden Restaurierungen der kunsthistorischen Asam-Fresken, überzeugten sich aber auch vom Gesamtkonzept mit der Restaurierung von barocker Sakristei, den noch original erhalten Steinböden aus des Bauzeit vor 300 Jahren und anderen Arbeiten.

Im Rahmen der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 50000 Euro unterstützen Restaurierung der Deckenfresken sollen kleine Risse zwar unbehandelt bleiben. „Die ohne Vorzeichnung aufgebrachten Fresken werden mit Aceton gereinigt. Fehlstellen in der Malerei sollen aber nur dort retuschiert werden, wo es notwendig ist“, erläuterte Architektin Carola Setz. Ortskuratorin Petra Schöllhorn betonte: „St. Jakobus in Ensdorf gehört zu den über 360 Projekten, welche die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto Bayern, allein in Bayern fördern kann.“

Pfarrer Pater Hermann Sturm erklärte beim Ortstermin, dass der Anlass der Innenrenovierung des barocken Gotteshauses eigentlich die 300-Jahrfeier der Weihe im Jahr 1717 gewesen war. „Die Kosten dafür von über drei Millionen Euro war schon eine gewagte Sache für das relativ kleine Dorf.“ Viel Geld müsse trotz Inanspruchnahme vieler verschiedener Spendentöpfe die Pfarrgemeinde aufbringen. „Ohne die Fördergelder wäre das finanziell nicht zu schultern.“

„Bereits im Jahr 2011 erfolgten erste Überlegungen für die Restaurierung zum Weihejubiläum. Sehr intensive Vorbereitung mit detaillierten Voruntersuchungen wurden getätigt“, berichtet Kirchenpfleger Hans Fink. „Die Restaurierung war auch dringend notwendig, denn wie bei Detailuntersuchungen festgestellt wurde, waren große Teile von offensivem Holzwurmbefall sehr geschädigt. Substanzerhaltung war also dringen notwendig“, erläuterte Architektin Carola Setz den „edlen Unterstützern“. Pfarrer Pater Sturm bezeichnete die unverhoffte 50000-Euro-Spende durch die Glückspirale als „echten Glücksfall“.

Pfalzgraf Otto IV. und der heilige Bischof Otto von Bamberg gründeten 1121 das Benediktinerkloster Ensdorf. Die Klosterkirche wurde zur Grablege der Wittelsbacher und Pettendorfer. 1507 durch einen Brand es zerstört und in der Säkularisation aufgehoben, wurde es 1669 neugegründet. Der Bau der neuen Klosterkirche und jetzigen Pfarrkirche folgte einem Entwurf des bekannten Barockbaumeisters Wolfgang Dientzenhofer. Geweiht wurde das Gotteshaus 1717. Allein die Größe des Klosterkomplexes zeugt noch heute von der einstigen Bedeutung der Benediktinerabtei. Ein vierflügeliger, an die Kirche sich anschließender Konventbau, welche die Hauptstraße begleitenden dreiflügeligen Wirtschaftsgebäude mit aufwendig gerahmter Durchfahrt und externe Verwaltungsgebäude sind bis heute erhalten. Seit 1803 dient die barocke Kirche St. Jakobus als Pfarrkirche. Seit 1920 ist das Kloster Wirkungsstätte der Salesianer Don Boscos.

Die barocke Wandpfeilerkirche steht auf dem Grundriss eines längsrechteckigen Kreuzes. Den dreiseitigen geschlossenen Chor flankieren nördlich die Stifterkapelle und südlich die Sakristei, den Westbau überragt der 69 Meter hohe Turm mit einer laternenbekrönten Zwiebelhaube. Belichtet wird die Kirche durch fünf Rundbogenfenster im Norden, zwei übereinander angeordnete Fenster an der Westseite des nördlichen Querhausarms und zwei Rechteckfenster am Querschluss. Durch die prächtigen Stuckarbeiten aus dem Umfeld der Wessobrunner Stukkatorenwerkstätten gehört die Kirche zu den wichtigsten sakralen Gesamtkunstwerken des süddeutschen Hochbarock. Die Fresken – ein Frühwerk des Cosmas Damian Asam – entstanden kurz nach dessen Rückkehr von einer Studienreise nach Italien und werden nun derzeitig aufwändig restauriert.