Retten macht Schule – die Dritte

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Bereits im dritten Durchgang machten sich die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Ensdorf schlau in den Erste- Hilfe- Maßnahmen beim Auffinden einer leblosen Person – bis hin zur Frühdefibrillation. Während die 8. und 9. Jahrgangsstufe eine Wiederholungsausbildung bzw. den zum Führerscheinerwerb erforderlichen Erste-Hilfe-Kurs durchliefen, wurden die beiden 7. Klassen erstausgebildet.

Jedem von uns kann es irgendwo begegnen: Ein Mensch bricht vor einem zusammen – die meisten Passanten ignorieren den oder die am Boden Liegenden, denn: Wer traut sich schon zu, hier angemessen zu helfen? Um diesem „Wegschauen“ entgegen zu wirken und den Jugendlichen schon in jungen Jahren die Scheu vor so einem nicht einfach zu bewältigenden Erlebnis zu nehmen, wird an der MS Ensdorf diese Ausbildung jährlich und ab der 7. Jahrgangsstufe durchgeführt.

Die dazu erforderliche Ausstattung – Dummies zur Beatmung und zur Herzdruckmassage und ein Übungsdefibrillator - wurde vor drei Jahren durch die Raiffeisenbank im unteren Vilstal gesponsert und steht der Schule – aber auch allen anderen interessierten Institutionen, Vereinen oder Betrieben im Landkreis zur Nutzung zur Verfügung.

Unbedingt erforderlich ist natürlich entsprechendes Fachpersonal, gerade wenn es um den Einsatz eines „Defis“ geht: Die Ausbilder des BRK, Jan Schönholz, Jürgen Batek und Heike Winkler wurden dankenswerter Weise an einem Ausbildungstag noch zusätzlich unterstützt durch den Schulbeauftragten Thomas Panzer von der Krötensee- Schule Sulzbach. Am Ende der Ausbildung waren alle Schülerinnen und Schüler in der Praxis so firm, dass für sie ein „Wegschauen“ kaum mehr in Frage kommt, denn: „I woas jetz ja wia´s geht – da muaß i mi ja nimmer fiarchten, wenn so wos passiert!“, so lautete die einhellige Meinung unter den Teilnehmern – und genau deshalb findet diese Ausbildung ja auch statt, also: „Ausbildungsziel erreicht!“