Dankgottesdienst zum 70. Geburtstag von Pfarrer Pater Hermann Sturm

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

„Alles hat eine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“ (aus dem Buch Kohelet der Bibel) war Thema der Lesung und des Dankgottesdienstes, den anlässlich seines 70. Geburtstages Pfarrer Pater Hermann Sturm zusammen mit Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein in der Pfarrkirche St. Jakobus feierte.

Musikalisch gestaltete der Kirchenchor St. Jakob unter Leitung von Gerhard Tschaffon mit einer Messe von Gounod den feierlichen Gottesdienst „für eine lebendige Gemeinde“, bei dem alle 41 Messdiener der Pfarrei aus Ensdorf. Wolfsbach und Thanheim ministrierten.

„Ein neueres Lied unserer Tage trägt den Titel ‚Meine Zeit steht in dienen Händen’, begann der Jubilar seine Predigt. „Ein Lied, das in unserer schnelllebigen Zeit zum Nachdenken anregen kann und unser hektisches Leben hinterfragt – aber auch die Antwort gibt, dass unser Leben in Gottes Händen liegt, und nur er uns Geborgenheit geben kann, dass er bei uns ist, dass er uns Schritt für Schritt führt.“ Der Lesungstext weise uns aus der Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen darauf hin, dass es „für jedes Geschehen eine Zeit gibt –  für alle menschlichen Stimmungen, all seine Höhen und Tiefen, Glück und Unglück, Freude und Trauer – und weist auf einen Gott des Lebens hin“. „Meine Zeit steht in Deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz.“ Selbst wenn uns Sorgen quälen lasse Gott uns nicht los, ist er immer bei uns.

„Gott hat mich von Klein auf geführt, den Weg gewiesen und mich begleitet, auch auf dem Weg hin zum Salesianer und Priester, auf den verschiedensten Lebenssituationen“, bekannte Pfarrer Pater Hermann Sturm bei seinem Jubel- und Dankgottesdienst. Man habe manchmal Angst und Sorge, die Pfarrei richtig zu leiten, ein guter Hirte zu sein. Es gebe aber auch Zeiten der Freude und Beglückung wie Zeiten der Mutlosigkeit, der Resignation, der scheinbaren Erfolglosigkeit. Vielleicht meine man auch, es läge in der eigenen Hand, Gemeinde und Kirche zu prägen, ja in eigener Verantwortung. Doch: „Lebendige Kirche ist kein Fertigprodukt, sondern die Tat engagierter Christen. Wenn das alle verstanden haben, dann kann ich mit Alfred Delp sagen: ‚Lasst uns dem Leben trauen, weil wir’s nicht allein zu leben haben, sondern weil Gott es mit uns lebt!’“

In den Fürbitten wurde für eine lebendige, frohe Gemeinschaft im Glauben gebetet; dass Familien die Heimstätten der Liebe, des Verstehens und des Glaubens seien; dass Kinder und Jugendliche Freude am Glauben und sich in der Kirche heimisch fühlen; dass alle, welche die Pfarrei vielfältig mitgestalten, dabei Freude, Erfüllung und Wertschätzung erfahren, dass Pfarrer Sturm durch Gott stets Gesundheit, Kraft, Freude und ein bisschen Erfolg in der Seelsorge erlange; dass Kranke, Alte und von Sorge erfüllte Menschen stets gute und hilfreiche Menschen finden. „Wir bitten: Behüte unser Leben, behüte Deine Gemeinde, stärke uns im Glauben, im Miteinander und Füreinander. So lass uns eine frohe, glaubende Gemeinde sein, die sich stets in Dir geborgen weiß“, betete der Jubilar zum Schluss.

Mit launigen Worten gratulierte beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal im Namen von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung Pfarrgemeinderatssprecher Michael Dollacker Pfarrer Pater Hermann Sturm zu seinem 70. Geburtstag und überreichte ihm einen Gutschein für eine Pilgerreise auf den Spuren des heiligen Apostels Paulus. Bei deren Finanzierung hatten sich auch Privatpersonen und Vereine beteiligt. Alle kirchlichen Mitarbeiter vom Kindergottesdienstkreis über Frauenbund, Ministranten, Pfadfinder und DJK sowie alle anderen Vereine der Pfarrgemeinde gratulierten mit vielen guten Wünschen und Geschenken. Auch die Schulleitung der Mittelschule Ensdorf, Vertreter der Raiffeisenbank, Caritas-Sozialstation und des Kindergartens sowie Bürgermeister Markus Dollacker im Namen der politischen Gemeinde. Der Kirchenchor St. Jakob unter Leitung von Gerhard Tschaffon sang ein Ständchen.