Die Kinderherzen schlugen höher

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Groß war die Freude der Kinder des Kindergartens St. Jakob, dass sie in der Schreinerei Fischer hämmern und sägen durften. Dass sie dann bei letzterem auch noch kleine Bäumchen und Frösche aus Holz mit nachhause nehmen konnten, vergrößerte den Spaß enorm.

Zuvor aber führte Schreinermeister Hubert Fischer den Kleinen Kreissäge und Hobelmaschine vor. Erstaunt waren die Kinder, wie glatt ein Brett nach dem Hobeln ist und über den Lärm, welchen die Maschinen machten, dass scheinbar gar keine Säge- und Hobelspäne anfielen. „Die werden abgesaugt, kommen in einen Bunker und werden im Winter verheizt“, erläuterte der Meister.

Riesig war schließlich die Überraschung als die Kindergartenkinder in der Werkstatt zwei bunt bemalte Züge aus Holz entdecken. Die Kinderaugen leuchteten! „Mai, san die schön, die könnt’ ma im Kindergarten brauchen“, meinten sie. Als ihnen die beiden Innungsschreinermeister Hubert Fischer aus Ensdorf und Jürgen Willner aus Amberg dann erklärten, dass sie diese eigens für die beiden Gruppen des Ensdorfer Kindergartens angefertigt haben, war das Hallo riesig und die beiden „Holzbockl“ wurden gleich mit Beschlag belegt. Die Kinderherzen schlugen höher.

Die Aktion „Großer Bahnhof“ der Innungsschreiner war in Bayern ein Riesenerfolg. Betriebe aus insgesamt 57 Innungen beteiligten sich daran und verschenkten fast 900 Spielzüge an Kindergärten und Kindertagesstätten.

Die Schreiner Fischer und Willner haben sich für den Kindergarten Ensdorf entscheiden. Fischer, weil seine Schreinerei im Ort ansässig ist, Willner, weil ein Enkel in den Ensdorfer Kindergarten geht. Die aus Holz gefertigten und bunt lackierten Züge wurden in Handarbeit nach TÜV-geprüften Vorschriften gebaut. Sie wurden speziell angefertigt und sind nirgends zu kaufen. „Lok“ und „Waggon“ besitzen je Traglast von 30 Kilogramm, Der „Lokführer“ hat sogar einen gepolsterten Sitz!

Kindergartenleiterin Heide Moser und die Kinder bedankten sich bei den Schreinermeistern mit einem ganz großen und lauten „Dankeschön“, das sogar den Maschinenlärm übertönte.