Peter Autschbach´s Neujahrskonzert im Kloster

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Dass der Oberpfälzer Jura als Toscana Bayerns bezeichnet wird, ist manchem Natur- und Heimatfreund bekannt. Das ist aber nicht der Grund, warum ein internationaler Spitzengitarrist nun seine Workshops auch im Ensdorfer Haus der Begegnung abhält. Wobei dies bei Peter Autschbach als einem Protagonisten der Mediterranean Music School eventuell nahe liegt.

Nach 2010 ist der Siegener Ausnahmegitarrist in diesen Tagen wieder zu Gast im Kloster Ensdorf.  „Urlaub by Saiten“ heißt sein Workshop, bei dem sich Gitarrenfreaks aus ganz Deutschland noch bis Heilig-Drei-König ihre Finger wund spielen.

Einen Vorgeschmack auf das Können des Meisters konnte man am Sonntagabend beim Solokonzert bekommen. Mit Corcovado von Antnonio Carlos Jobim spielte sich Peter Autschbach warm. Weitere Jazzstandards wie „Wave“ oder „The shadow of your smile“ in eigener Bearbeitung folgten immer wieder im Programm. Allerdings ist es die stilistische Breite seines Gitarrenspiels, die begeistert.

„Little Wing“, bei der er nach eigener Aussage von Jimi Hendix beeinflusst wurde, „Walking“, das auf gängige Basslinien zurückgreift und sich dann „verautschbacht“, oder Anleihen bei Stücken von Michael Hedges spielt Peter Autschbach authentisch, exakt und haucht ihnen mit seinem brillantem Sound Leben ein.

Dass er eine solide Ausbildung genossen hat, u.a. an der Musikhochschule in Köln und als Privatschüler von Joe Pass, ist als Grundlage seines internationalen Schaffens, das ihn von Deutschland über New York bis nach Kairo gebracht hat. Als Gitarrist des Queen-Musicals „We will rock you“ und der Rockoper „Tommy“ von Who-Gitarrist Pete Townsend stand er viele tausend Mal auf der Bühne. Mit „It´s a boy“ gab er auch hieraus eine Kostprobe. Demnächst wird er mit Ralf Illenberger ein Projekt starten und auf Tournee gehen. Von ihm spielte er „Music“, bevor eine eigene Bearbeiteung von David Grahams „Angie“ das Konzert beendete.

Aber eigentlich ist der Autor mehrerer Gitarren-Lehrbücher als Workshopleiter in Ensdorf. Für Autschbach ist es das wichtigste Ziel in einem solchen Workshops, dass die Teilnehmer möglichst viel davon mitnehmen und deren Spiel verbessert wird. Auch ist ihm der einzelne Teilnehmer wichtig, der direkt von seinem Unterricht profitieren soll.

Das Konzert kann man schon mal als absolute Spitzenklasse bezeichnen. Die mal lauten, mal leisen Klänge verwöhnten die Ohren des faszinierten Publikums. „Mr. Tausendfinger“ überzeugte mit seiner Fingerfertigkeit und seiner Fähigkeit, mit jedem Song eine eigene Stimmung zu erzeugen. Er spielte unter anderem eine eigens für ihn gebaute Gitarre von Joe Striebel, sein Lieblingsstück.