Professfeier im Kloster

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Das Hochfest der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel ist für die Salesianer Don Boscos immer ein ganz besonderer Tag. Denn dann legen sie ihr Ordensgelübde ab. Zum Professjubiläum vor 25, 40, 50, 60 und 70 Jahren waren Patres und Brüder aus der Deutschen Provinz nach Ensdorf gekommen. Zudem erneuerten drei Brüder ihre zeitliche Profess.

 Den feierlichen Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus – musikalisch gestaltet vom Ensdorfer Kirchenchor unter Leitung von Erich Hiltl - zelebrierte Provinzial Pater Josef Grünner zusammen mit weiteren 20 Patres. Unter Orgelgebraus zogen sie in das Gotteshaus. Provinzial und Jubilare dankten für ihre Berufung und die vielen Jahre Treue zu den Salesianern Don Boscos.

In seiner Festpredigt zitierte Provinzial Pater Grünner eine repräsentative Studie des Bayerischen Rundfunks mit jungen Menschen. Wichtig erscheinen ihnen danach Vertrauen und Verantwortung, Familie und Freunde, Arbeit und Freizeit sowie der Umgang mit sozialen Netzwerken. Kirche, Religion und Glaube dagegen rangierten weit hinten. Optimistisch und zukunftsorientiert, aber im Jetzt verankert, so kann man die befragten jungen Menschen beschreiben. Variiert treffe diese Aussage auch auf die Ordensjubilare zu: „Optimistisch und zukunftsorientiert ja, aber nicht im Jetzt verankert, sondern in Gott verankert und zum Einsatz für junge Menschen im Geist Don Boscos bereit“, betonte der Provinzial. Er dankte ihnen für ihre Entscheidung, den Weg der Berufung und Nachfolge im Geist Don Boscos weiter zu gehen. Den Salesianern Don Boscos stehe es gut an, optimistisch zu beleiben und Boten der Hoffnung zu sein, mit Gottes Hilfe an eine gute Zukunft zu glauben; junge Menschen dazu zu ermutigen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und für eine menschlichere und gerechterer Welt einzutreten. „Ihr seid weiter bereit, euch einzubinden in die salesianische Ge-meinschaft, die mit ihrem weltweiten Einsatz für junge Menschen ein großes soziales Netzwerk bildet“, hob Provinzial Pater Grünner hervor.

Sein Dank galt besonders dem scheidenden Klosterdirektor und Kaplan der Pfarrei Ensdorf, Pater Georg Matt, der nach Konstanz zur Pfarreiengemeinschaft Maria Hilf und St. Georg wechselt, sowie Pater Hans Kastl, dem langjährigen Leiter des Hauses der Begegnung, der nach Benediktbeuern geht. Neuer Klosterdirektor in Ensdorf ist Pater Christian Lieberstein, zugleich auch neuer Leiter des Hauses der Begegnung. Pater Josef Wenzl ist wieder im Kloster Ensdorf, Pater Lindner kommt neu.

Ihre dreijährige Profess erneuerten die Brüder Nils Flitter, Clemens Mörmann und Ludger Totoxel. 25-jährige Profess feierten Pater Reinhard Büker, Bruder Andreas Mansfeld und Pater Erhard Staufer, 40 Jahre die Brüder Ferdinand Beermann und Eduard Moßburger, 50 Jahre Pater Johannes Schreml, 60 Jahre Bruder Karl Stürmer und Pater Josef Weiß, 70 Jahre Pater Rupert Neubauer und dazu 50 Jahre Priester Pater Philipp Weißhaar.

Pater Rupert Neubauer feierte 1940 seine Profess in Ensdorf. Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft kehrte er im November 1949 in die Heimat zurück. 1950 begann er sein Studium der Philosophie und Theologie in Benediktbeuern, 1954 wurde er zum Priester geweiht und anschließend in Pfaffendorf eingesetzt. 1958 wurde er Wirtschaftsleiter im Don-Bosco-Lehrlingsheim in Konstanz, 1963 mit der Pfarrgründung und dem Bau der Maria-Hilf-Kirche in Konstanz betraut, wo er bis 1991Stadtpfarrer war. 1976 wurde Pater Neubauer zum Bischöflichen Geistlichen Rat ernannt, 1991 wurde er als Spiritual an das Kneipp-Kurhaus St. Josef in Bad Wörishofen versetzt. Im Jahr 2008 kehrte er in den Ruhestand nach Ensdorf zurück.

Bruder Eduard Moßburger wurde im Juni 1952 in Leutenbach, Landkreis Neumarkt, geboren. Von 1966 bis 1969 absolvierte er eine Lehre als Buchdrucker in der Ensdorf Klosterdruckerei. 1969/1970 Noviziat der Salesianer in Jünkerath/Eifel. 1980 Meisterprüfung als Drucker. Eduard Moßburger arbeitet noch heute in Ensdorf bei Don Bosco Druck & Design.

Bruder Karl Stürmer wurde 1923 in Aschaffenburg geboren. Er lernte Bäcker und Kaufmann, war von 1942 bis 1945 im Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Fronten eingesetzt. Dann trat er in Würzburg bei den Salesianern Don Boscos ein und war 1949/50 Noviziat in Ensdorf. Acht Jahre war im Jugendhilfswerk Waldwinkel tätig, anschließend 47 Jahre in Beromünster als Erzieher und „Autofahrer“. Seit Juli 2008 verbringt er seinen Lebensabend im Saleianerkloster in Ensdorf.