In Ensdorf dou is Kirwa

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Die Feuerwehr Ensdorf hält Traditionen hoch. Nicht nur das Knackwurstfest. Am Wochenende bewies sie und die zehn feschen Kirwapaare der Kirwagemeinschaft, dass man in Ensdorf zünftig und originell Kirwa zu feiern versteht: die traditionelle Jakobi-Kirchweih.

Nach Gewitter und Starkregen in der Nacht holten am frühen Nachmittag des Samstags die strammen Kirwaburschen den kerzengerade gewachsenen 33 Meter langen Kirwabaam aus dem Wald, schälten und „ringelten“ „Schnitzer“ Manuel Wondrak, Martin Schlehuber, Sebastian Senft und Maximilian List den Baum  mit „Ensdorf 2010, dem Gemeindewappen, zwei Maßkrügen, einigen Herzerln und Rautenmuster. Die feschen Kirwamoidln hatten Abende zuvor schon drei riesige Kränze gebunden und versahen sie nun mit weißblauen Bändern.

Um 14.30 Uhr hörte man im Ort die Juchzer der strammen Kirwaburschen und das kräftige „tuck-tuck“ des 25 PS starken Fendt „Dieselross“ des „Beckn-Girgl“. Mit einem Doppelläufer zog Kellner Junior mit dem Oldtimer Baujahr 1967 die stattliche 33 Meter lange Fichte mit der „Quetschn-Musik von Dominik Kaluza durch Ensdorf. Begleitet wurde der Zug natürlich von den hübschen Kirwamoidln in ihren feschen Dirndln mit dem Kirwakrug und dem obligatorischen Fassl Bier auf dem Leiterwagerl. „Wer hot Kirwa?“ wurde gerufen. „Mir hom Kirwa! Wer hot die schöinsten Kirwamoidln? Mir homs! Wer hot die stärksten Kirwaburschen? Mir homs! Wer hot den längsten und schönsten Kirwabaam? Mir hom an!  „Wia san ma? Guat san ma! Mai, san mia guat!” “Mai liaber, in Ensdorf dou is Kirwa” wurde gesungen und “Drei Dog, drei Dog gehn ma nimmer ham!” Eng und knapp wie jedes Jahr wurde es bei der Einbiegung zum Festplatz beim Rathaus. Nur mit Müh’ und Not schafften die Kirwaburschen die Kurve.

Traditionell wurde dann der Baum von heuer 36 starken Burschen und Männern an sechs „Goaßn“ und viel „Armschmalz“ in die Senkrechte gebracht. Bei drückender Schwüle eine sehr schweißtreibende Arbeit. Da mussten sich die Kirwaburschen und ihre Helfer, darunter auch Bürgermeister Markus Dollacker, Klosterdirektor Pater Georg Matt und ein aus dem fernen Israel angereister Gast, mächtig ins Zeug legen. „Mai ham mir an Durscht!“ brauchten sie gar nicht erst zu rufen. Die Kirwamoidln eilten gleich herbei, um mit Gerstensaft dafür zu sorgen,  dass das „Schmalz“ nicht ausging. „Auf mein Kommando! Alle Manna an die Goaßn! Hau-Ruck! Nu an Schub!“ forderte unerbittlich „Baummeister“ Karl Schmid. Hoch aufgerichtet ragt der Ensdorfer Kirwabaam nun nach zwei Stunden harter Arbeit über das Dorf, das sich zu Recht „Perle des Vilstales“ nennt, wehen die weißblauen Bänder von den drei grünen Kränzen.

Abends spielten die „Original Oberpfälzer Gaudiburschen“ zünftig auf. Das große Festzelt schützte die Gäste vor den kräftigen nächtlichen Regenschauern. So konnten sie am Samstag der tollen Stimmung bei der Ensdorfer Jakobi-Kirwa keinen Abbruch tun.

Den sonntäglichen Festgottesdienst mit Pfarrer Pater Hermann Sturm umrahmte der Kirchenchor St. Jakob unter Leitung von Gerd Tschaffon musikalisch. Danach spielte die Blaskapelle Ensdorf unter Leitung von Hubert Haller zum musikalischen Frühschoppen im Festzelt, bevor sich die Gäste an Schweinsbraten, Bratwürstln und Grillfisch labten oder Kaffee und selbstgebackenen Kuchen den Vorzug gaben. Nachmittags tanzten die zehn Kirwapaare mit Unterstützung von „Hennagschroa“ den Kirwabaam aus, nahmen mit Gstanzln Geschehnisse der Gemeinde aufs Korn, bevor die „Crocodiles“ im Festzelt zum Kirchweihtanz aufzuspielen. All darüber berichtet die „Mittelbayerische Zeitung““ in ihrer morgigen Ausgabe.

Heute aber ist erst mal ab 14 Uhr zunächst der Seniorennachmittag mit Quiz des Heimat- und Kulturverein Ensdorf angesagt. Schöne Preise sind dabei zu gewinnen. Zum Kirwaausklang spielen heute Abend die „Original Rothsee Musikanten“ beim Tag der Vereine und Behörden. Gegen 22 Uhr wird der Kirwabaam verlost. Außerdem gibt es viele tolle Preise bei der Tombola zu gewinnen.