Energetische Sanierung des Rathauses

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Die Gemeinde hatte Antrag auf Fördermittel nach dem Konjunkturpaket II der Bundesrepublik Deutschland für die energetische Sanierung des Rathauses gestellt. 239700 Euro wurden bewilligt. Nunmehr beschloss der Gemeinderat am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung Maßnahmen, die voraussichtlich 307000 Euro kosten.

Bürgermeister Markus Dollacker plädierte eingangs dafür, die Chance zu nutzen, um künftig Energie und damit laufende Kosten einzusparen, einen Energiepass für das Rathaus zu bekommen. Zudem seien „einige kleinere Sachen“ vorgesehen, quasi eine abgespeckte Form der Renovierung bzw. des Umbaus.

Energieberater Josef Simon, der das Gebäude zuvor ausgiebig untersucht hatte, stellte dem Gremium seine Vorschläge vor. Diese sehen statt der Ölheizung aus dem Jahr 1978 den Anschluss an das Hackschnitzelheizkraftwerk des Klosters, eine neue Umwälzpumpe, die optimale Einstellung der Heizung und die Dämmung der Heizleitungen vor. Sämtliche Fenster und die beiden Eingangstüren werden erneuert, die Kellerdecke und die Obergeschossdecke gedämmt. „Diese Maßnahmen bringen eine Endenergieeinsparung von 25 Prozent und senken die CO2-Emission von jetzt 60000 Kilogramm im Jahr auf 18000.“

„Wegen der hohen Kosten von mindestens 45000 Euro sollte man auf eine Außenwanddämmung verzichten“, so der Bürgermeister. Zumal die Mauern rund 75 Zentimeter dick sind. „Der Vollwärmeschutz der Fassade bringt nicht viel, kostet aber viel. Das Geld können wir woanders sinnvoller einsetzen.“

Architekt Georg Roggenhofer ging anschließend ins Detail der Planung. Die Toilettensituation soll verbessert werden durch einen Bau mit Damen-, Herren und Behindertentoilette und Wickelablage im Untergeschoss in der bisherigen Heizungsanlage, die dann auch bei Festen wie Kirchweih genutzt werden kann und während der Amtszeiten auch als öffentliche Toilette z. B. für Kinderspielplatzbenutzer zur Verfügung steht. Die Werkstatt des Bauhofes erhält ein Sektionaltor und eine Deckendämmung. Im Erdgeschoss wird der Eingang rollstuhl- und kinderwagengerecht mit automatisch öffnender und schließender Tür neu gestaltet. Anstelle der bisherigen Toilettenanlage wird im Erdgeschoss ein Sozialraum mit Teeküche für die Bediensteten geschaffen. Zudem kommen in die Kanzlei zwei Raumteiler, wird ein Besprechungsraum geschaffen. Eine Belüftungsanlage ist vorgesehen, auch neue Innentüren. Im Obergeschoss wird die bestehende Toilettenanlage erneuert und die Decke zum Dachgeschoss gedämmt.

Sämtliche Fenster erhalten Dreifachverglasung, werden zweiflügelig mit Sprossen und durch Beimauerung schmäler. Zur besseren Belichtung und Fassadengestaltung werden auf der Seite zum Spielplatz wieder Fenster eingebaut. Bürgermeister Dollacker wies die Gemeinderäte vorsorglich darauf hin, dass für die Kanzlei und das Foyer neue Möbel notwendig werden. Hier müsse man rund 50000 Euro im nächsten Haushalt einstellen. Angedacht ist auch, später einmal die Treppe zur früheren Arztpraxis zu drehen, so dass diese Räume einmal als abgeschlossene Wohnung oder Büros vermietet oder verpachtet werden können. Die CSU-Gemeinderäte bezeichneten die Planung als gelungen. Für Hermann Trager als Sprecher der Christlichen Wähler/Blockfreien Wähler bringt der gute Entwurf nachhaltige Verbesserungen. Für  SPD-Sprecher Werner Scharl ist das Gesamtkonzept gut. Allerdings sprach er sich nachhaltig für den Einbau einer Toilettenanlage mit Behindertentoilette im Erdgeschoss und die Verlagerung des Sozialraums in den 1. Stock aus. Darüber wurde lange diskutiert. Gegenargumente: Toiletten werden nur selten benutzt, der Sozialraum dagegen mehrmals am Tag. Außerdem wären die Bediensteten z. B. bei ihrer Brotzeit „näher am Geschehen“, sprich der Kanzlei mit ihrem Parteiverkehr. Bei zwei Gegenstimmen wurde die Planung mit Sozialraum im Erdgeschoss schließlich angenommen.

Die DJK Ensdorf kann mit dem Umbau und der Erweiterung ihres Sportheimes umgehend beginnen. Vorzeitiger Baubeginn wurde erteilt. Gegen die Stimmen der SPD-Gemeinderäte wurde auch die Übernahme der Vorfinanzierung des Zuschusses des Bayerischen Landesportverbandes in Höhe von 52650 Euro durch die Gemeinde Ensdorf gebilligt.