Volkstrauertag 2018

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Reservisten bildeten beim Volkstrauertag die Ehrenabordnungen an den Kriegerdenkmälern in Ensdorf, Thanheim und Wolfsbach. Im Kirchenvorhof in Ensdorf flankierten Fahnenabordnungen des Krieger- und Reservistenvereins sowie der Freiwilligen Feuerwehr Ensdorf das Kriegerdenkmal. Die Blaskapelle Ensdorf unter Leitung von Hubert Haller intonierte zur Gedenkfeier „Ich bete an die Macht der Liebe“.

Nach einem feierlichen und denkwürdigen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus in Ensdorf gedachten  – wie in den Filialen Thanheim und Wolfsbach –  Gläubige der vielen Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen - nicht nur der beiden Weltkriege und des nationalsozialistischen Regimes, sondern auch von Terrorismus und Bürgerkriegen in aller Welt, nicht zuletzt der in Auslandseinsätzen gefallenen deutschen Soldaten.

„Wir gedenken heute  am Volkstrauertag der Opfer der beiden unsäglichen Weltkriege und der vielen anderen Kriege, der vielen Toten von Soldaten und aus der Zivilbevölkerung. Wir beschwören damit den Frieden bei allen Völkern und Herrschern. Nie wieder Krieg! Doch  wir erleben auch heute Gewalt und Unfrieden in brutalster menschenverabscheuender Weise, Hass und Terror“, erklärte Pfarrer Pater Hermann Sturm. „Wir werden Frieden in unserer Welt nicht finden, wenn wir nicht kapieren, dass Friede nicht irgendwo, sondern bei uns anfängt im tolerierenden Miteinander und Füreinander. Frieden beginnt in den Köpfen und Herzen. Friede beginnt zunächst in unserem Zusammenleben - unabhängig von Nationalität, Hautfarbe und Religion. Jesus sagt, wir sollen alle mitbauen an seinem Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“ Dann wurde für alle Opfer von Krieg, Terror und Gewalt und deren Hinterbliebenen gebetet; für den Frieden und ein gutes Klima in allen Lebensbereichen, in Stadt und Land, in Schulen und Betrieben, in der Kirche, unserer Nachbarschaft und unseren Familien. „Gib, dass wir uns nicht abfinden mit den Kriegen in dieser Welt. Hilf uns, Zeichen der Hoffnung zu setzen durch Taten der Liebe. Lehre uns, einander das Leben zu gönnen und Frieden zu machen“, schloss der Geistliche.

Bevor 2. Bürgermeister Karl Roppert seine Gedenkansprache zum Volkstrauertag hielt, spielte die Blaskapelle „Über den Sternen“. „100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges mit vielen Millionen Toten und 73 Jahre nach dem 2. Weltkrieg mit noch vile, viel mehr Opfern, wollen wir heute ihrer gedenken“, erklärte Roppert. „Wir gedenken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg an Kinder, Frauen und Männer aller Völker; der Soldaten, die in den Weltkriegen starben; der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil die einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten“, betonte der 2, Bürgermeister. Getrauert wurde auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege  unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderer Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

„Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt. Hoffen und beten wir täglich, dass unserem Volk der Frieden erhalten bleibt und endlich einmal Frieden auf der ganzen Welt einkehre“, schloss 2. Bürgermeister Karl Roppert.

Zu „Ich hatt’ einen Kameraden“ senkten sich die Fahnen und 2. Bürgermeister Karl Roppert legte mit dem Vorsitzenden des Krieger- und Reservistenverein Ensdorf, Erich Bram,  und der Freiwilligen Feuerwehr Ensdorf, Richard Reiser,  im Namen der Gemeinde „für alle Kriegsopfer“ am Ehrenmal einen Kranz nieder, während Josef Hammer Ehrensalut schoss. Mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied endete die würdige Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Ensdorf.

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