„Barfuß um die Welt“

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Zwei arbeitsreiche Tage brauchte es, um das Werk zu vollenden: den Barfußpfad im Klostergarten. Auf ihm kann man nun Vegetationsformen vom Nordpol bis zum Äquator nachfühlen und erleben. 23 Kinder hatten bei der Umweltstation bei sommerlichen Temperaturen gewerkelt.

Den Weg „Barfuß um die Welt“ hat die Umweltstation Kloster Ensdorf in einem Inklusionsprojekt mit den Bayerischen Staatsforsten angelegt. Barfuß – ohne Strümpfe und Schuhe -  verschiedene Vegetations- und Landschaftsformen der Erde vom Nordpol bis zum Äquator erkunden. 23 Kinder, darunter mehrere mit Behinderung haben mit elf Betreuern zwei Tage lang an dem Projekt gearbeitet.

Die Leiterin der Umweltstation und Ideengeberin zum Barfußpfad, Gloria Reithmaier, freute sich, dass über die Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten. Diese hat es möglich gemacht, den Pfad zu bauen. Ausbildungsgehilfe Hubert Hollweck hat mit vier Forstwirtslehrlingen die Rahmen des Pfades, eine kleine Brücke und die Geländer aus Holz gefertigt. Mit ihrer handwerklichen Kompetenz waren sie Vorbild für die Buben und Mädchen, die ihnen begeistert nacheiferten. „Die Arbeit an sozialen Projekten mit Kindern ist für die Fortwirtschaftsauszubildenden wichtig, um über den Tellerrand hinauszublicken“, betonte Forstbetriebsleiter Thomas Verron. Bereits bei einer Sitzgruppe im Klostergarten, dem Steg beim Biotop an der Vils und den Neuanpflanzungen bei den Streuobstwiesen haben die Bayerischen Staatsforsten mit der Umweltstation des Klosters zusammengearbeitet.

„Bei diesem Pfad kann man über die Fußsohle aufnehmen, über was man geht“, erklärte Verron. „Für die Umwelt kann man sich nur begeistern, wenn man sie erlebt, sie spürt, wenn sie mitten durch die Haut geht. Dies gilt besonders für Kinder. Man kann nicht früh genug damit beginnen, sie für die Umwelt und ihre Erhaltung zu begeistern.“

Gloria Reithmaier erklärte an einer Schutafel die Details zu „Barfuß um die Welt“ und schickte dann alle auf die kurze Strecke vom Norpol zum Äquator, die über Kiefernzapfen, Fichtennadeln, Baumrinden, Moor, eine kleine Brücke mit Holzbohlen, Laub, Bucheckern und Rindenstücke, große Steine und Kies durch Wasser, über Gras, groben und feinen Sand, Hackschnitzel und Moos führt. Alle Naturmaterialien hatten die Kinder in „mühsamer Arbeit im Wald und auf Wiesen gesammelt.

Zum Dank überreichte Reithmaier Klosterhonig und -marmeladen an alle Helfer. Die aktiven Kinder bekamen Käppis mit der Aufschrift „Bayerische Staatsforsten“ und Pfarrer Pater Hermann Sturm spendierte Portionen von Fruchteis – auch zur Abkühlung nach getaner Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen.