Ensdorfer Frauenfasching „Sommer, Sonne und mehr“

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Ensdorf war eigentlich noch nie eine Faschingshochburg. Dann gab es gar überhaupt keinen Faschingsball mehr bis 2015 der Katholische Frauenbund in die Bresche sprang und den „Ensdorfer Frauenfasching“ kreierte. Der Erfolg gab ihm recht und so bebte auch am vergangenen Freitag das Parkett des Wittelsbacher Saales.

Die Stimmung war von Anfang an toll. Unter dem Motto „Sommer, Sonne und mehr“ hatten der Frauenbund eingeladen und viele Frauen in fantasievollen Kostümen, bevölkerten oft dicht gedrängt den Tanzboden, rockten bis weit nach Mitternacht was das Zeug hielt zur fetzigen Musik der Band „Sommerwind“ zu den heißen Songs. Aber auch zu anderen Oldies sowie Zwiefachen, Boarischen und Alpenrock. Vom Jubelverein – der Katholische Frauenbund Ensdorf feierte vergangenes Jahr sein 50-jähriges Bestehen – waren auch die Ehrenmitglieder Kathi Hafenbradl und Erika Fröhlich mit von der Partie. Angereist waren auch Damen des Zweigvereins Schmidmühlen.

Begeistert empfangen wurden die Tänzerinnen und Tänzer des Rockn’-Roll-Clubs Quickfeet aus Amberg. Die eigene Truppe brachte mit ihrem „Staubsauger-Tango“ alle zum Lachen und wurde ebenfalls mit viel Beifall bedacht.

Da es sich um einen Frauenfasching handelte, waren natürlich auch nur Männer zugelassen: Ausnahme die Band „Sommerwind“ und die männlichen Bedienungen, die eifrig für flüssigen Nachschub sorgten, und der Barkeeper, bei dem es so höllische Getränke wie u.a. „Hexenzauber“ gab. Ausnahme auch war Pfarrer Pater Hermann Sturm, der sich als „feuriger Mexikaner maskiert hatte und folgerichtig auch einige heiße Sohlen aufs Parkett legte.

Gesichtet wurden viele nach dem Motto „Sommer, Sonne und mehr“ maskierte Damen: Unter anderem Strandschönheiten mit großen Sonnenbrillen und Strohhüten, viele bunte Schmetterlinge, fleißige Bienchen und farbige Sommerblumen, gelbe Sonnen und weiße Quallen, Pirat, See(frau)mann und Meeresgötter Neptun, Hawaii-Mädchen in kurzen Röckchen.  

Der Wittelsbacher Saal bebte unter den Füßen der tanzwütigen Frauen. Es wurde eifrig getanzt und auch geschunkelt. Bei der Poloniaise hieß es u.a. „Ensdorfer Nächte sind lang, aber dann …“. Nach den vielen Aktivitäten konnten sich die Ballbesucher mit scharfer Gulaschsuppe oder deftigem Wurstsalat stärken. Gegen Mitternacht wurden die originellsten Masken prämiiert. Den ersten Preis errangen die stilgerecht zum Motto als Quallen maskierten acht Ensdorfer Hexen. Der zweite Preis ging an die bunten Schmetterlinge, der dritte ging an die „Meeresgötter“. Einen vierten Platz errangen die Pfadfindereliterinnen, die als Badenixen mit Schwimmreifen gekommen waren. Resümee: Jung und Alt hatten viel Spaß bis in den Samstagmorgen.

Der Katholische Frauenbund Ensdorf besteht seit 50 Jahren und wurde am 16. Januar 1966 gegründet. Er hat aktuell 204 Mitglieder. Nach längerer Pause veranstaltet er seit zwei Jahren wieder einen Faschingsball für Frauen im Wittelsbacher Saal. Heuer ließ der Besuch allerdings etwas zu wünschen übrig. Es hätten noch mehr Platz gefunden, denn einige Tische blieben leer. Vielleicht lag dies auch an der grassierenden Grippewelle.

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