Kirchweih in Hirschwald

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Die wie jedes Jahr prächtig geschmückte, dem hl. Johannes dem Täufer geweihte ehemals kurfürstliche Jagdkapelle, konnte die vielen Gläubigen zum Patrozinium nicht fassen. Viele mussten dem von Pfarrer Pater Hermann Sturm zelebrierten und von der Don-Bosco-Blaskapelle unter Leitung von Georg Bayerl musikalisch umrahmten Kirchweihdottesdienst im Freien folgen.

„In vielen Kirchen –so auch im Altarbild in Hirschwald – wird Johannes der Täufer im Bußgewand dargestellt mit dem Stab in der Hand als Täufer am Jordan und die Menschen, die zu ihm kamen, dargestellt“, begann Pfarrer Sturm seine Kirchweihpredigt. Johannes der Täufer, dessen Geburtstag gefeiert werde, habe neben Maria, der Mutter Jesu, eine besondere in der Kirche erfahren. „Er ist der einzige Heilige, dessen Geburt und nicht nur der Todestag, als Geburt für den Himmel gefeiert wird! Johannes der Täufer gehört zu den ganz großen Gestalten im Umkreis des Herrn. Er hat eine einmalige Stellung. Sein Platz ist am Schnittpunkt, am Übergang vom Alten zum Neuen Testament. Johannes lässt sich nicht von den Illusionen seiner Leute anstecken und fragen, was aus dem Kind wohl werden werde. Er lebte nicht in den äußeren Annehmlichkeiten der Großstadt Jerusalem. Er lebte in der Wüste, hört den Ruf Gottes. Johannes sagte den Menschen: ‚Beugt demütig euer Haupt unter der Taufe der Umkehr. Ändert euer Leben, tut selbst etwas. Ihr steht in Verantwortung vor Gott, vor seinem Gericht’. Johannes lehre uns auch heute noch, für die Wahrheit des Evangeliums einzustehen, den Mund aufzumachen, Zeugnis für Christus abzulegen, so der Geistliche.  Wider Zeitgeist, Mode und Bequemlichkeit aufzustehen, Dinge beim Namen zu nennen.  

In den Fürbitten wurde darum gebeten, dass Gott die Kirche fest zur Botschaft Jesu steht und er ihr Bischöfe und Priester schenke, die klar und glaubwürdig seine Botschaft verkünden; er uns hilft, Furcht und Feigheit zu überwinden, um Gott in unserem Leben vor den Mitmenschen zu bezeugen: dass wir ehrlich zu uns selber stehen und immer wieder Umkehr und Neubesinnung wagen; dass wir durch dieses Zeugnis für andere Menschen Wegbereiter zu Christus und seiner Kirche sind. „Schenke uns hier und allen auf die Fürsprache des hl. Johannes des Täufers, dass wir zu unserer Taufe und zu unserem Christsein stehen und stets seine Hilfe erfahren. Schenke all unseren Verstorbenen, besonders aller von Hirschwald und Bernstein dein ewiges Leben.“

Anschließend bewirtete die DJK bei der weltlichen Kirwa die Gäste aus Nah und Fern mit kühlen Getränken und würzigen Rostbratwürsteln. Wer wollte, konnte sich auch die frischen Kirwa-Kücheln schmecken lassen. Dazu spielte Georg Bayerl auf seiner „Quetschn“ zünftig auf. Lange noch wären Hirschwalder und ehemalige Hirschwalder zu einem gemütlichen Plausch beisammen gesessen, doch ein plötzlich aufziehendes Gewitter mit kräftigem Regenschauer beendete dies vorzeitig.