Josefi-Feier 2016

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Nach 39 Jahren Pause fand vor vier Jahren in der Gemeinde Ensdorf endlich wieder mal eine Josefi-Feier statt. Dieser Brauch wurde auch heuer gepflegt. Beim Gottesdienst zur nun fünften Josefi-Feier „der Neuzeit“ in der Bartholomäus-Kirche wies Pfarrer i.R. Josef Fromm auf die Bedeutung des hl. Josef als Patron nicht nur der gesamten katholischen Kirche, sondern auch der Schreiner, Zimmerleute, Holzhauer, Jugend und der Familien, hin.

Pfarrer Fromm verweis auf einen Spruch, den er im Josefsheim in Bad Wörishofen gesehen hat: „Der hl. Josef hilft uns, dass wir heilig leben, fromm sterben und ewig leben!“ Dies habe er zu seinem Leitspruch gemacht. „Die Leute sollen wieder öfter in die Kirche gehen und nicht nur vorbeifahren“, forderte er. „Eltern sollten ihre Kinder wieder zum Kirchgang auffordern. Man sollte immer auf den Tod vorbereitet sein, damit man fromm sterben kann, fromm stirbt! Tragt den Glauben weiter, seid zeitkritisch, wir sind kritische Christen! Haltet die Dorfgemeinschaft hoch, trefft euch und helft euch gegenseitig. Der hl. Josef sorgt für euch!“

Im Gasthaus „Zur Dorfschmiede“ begrüßten die Josefi-Feier-Organisatoren Sepp Reindl aus Ensdorf und Josef Donhauser aus Thanheim alle Josefs, Seppn und Beppn. Dann verkündete der Reindl Sepp: „Alles Gute zum Namenstag! Bleibt’s g’sund, dann seh’n wir uns nächst’s Jahr wieder. Und jetz’ trink’ ma auf die Seppn! Prost Sepp! “ Alles Gute zum Namenstag gratulierten sich 39 von 75 Josefs, Seppn und Beppn aus der Gemeine Ensdorf. „Zählt man die Personen mit dem zweiten Vornamen Josef noch dazu sind es gar 173!“ wusste Ensdorfs Kämmerer Josef Donhauser, einer der Organisatoren der Josef-Feier, zu berichten.  Zur Feier hatten sich auch einige auswärtige Namensträger aus Haselbach, Rieden, Theuern und Kümmersbruck, „eingeschlichen“, so dass es schließlich 44 waren. Der ehemalige Haselbacher Sepp Weber war gar aus dem Laabertal angereist. Ältester Teilnehmer war in diesem Jahr der 89-jährige Pfarrer Josef Fromm aus Pittersberg, der an diesem Tag außerdem Geburtstag feierte; der jüngste, der zehnjährige Josef Rester aus Rannahof. Beide wurden beschenkt.   

Dann aber widmeten sich die Seppn bei einem Frühschoppen mit süffigem Bier, Weißwürsten und reschen Brezen. Der jüngste Josef, der zehnjährige Josef Rester, spielte auf seinem Akkordeon auf. Anschließend sorgte der Leikam Sepp auf seinem Akkordeon für zünftige Unterhaltungsmusik. Bei den Stimmungsliedern sangen alle Josefs, Beppn und Seppn kräftig mit.

Der Reindl Sepp warb dafür, dass Kinder wieder häufiger auf den Namen Josef getauft werden. „Macht Werbung für unseren Namen“, forderte er die Josefs, Beppn und Seppn auf. „Und nehmt euch auch nächstes Jahr wieder Zeit für unsere Josefi-Feier!“

Nachdem das letzte Josefi-Treffen 1973 mit dem damaligen Ensdorfer Pfarrer Pater Josef Rieshofer stattgefunden hatte, wurde 2011 am Stammtisch die Idee geboren, die Tradition wieder aufleben zu lassen – und künftig wieder jedes Jahr eine Josefi-Feier zu organisieren.

Im Jahr 1621 wurde der 19. März als Josefstag zum allgemeinen kirchlichen Feiertag erklärt. Bis 1968 war dieser Tag allgemeiner Feiertag in Bayern – in Österreich und einigen Kantonen der Schweiz haben die Schulkinder heute noch schulfrei! Leider wurde in Bayern der Josefi-Feiertag dann abgeschafft. 1972 wurde die „Königlich Bayerische Josefpartei“ gegründet, deren  „oberstes und einziges Ziel es ist, den Josefstag wieder als Feiertag einzuführen“ und die weltweit über 6000 Mitglieder zählt.

Bilder

Der älteste Josef bei der Josefi-Feier in Thanheim war der 89-jährige Pfarrer Josef Fromm aus Pittersberg, der zugleich Geburtstag hatte: der jüngste war der zehnjährige Josef Rester aus Rannahof.
Insgesamt waren 44 Josefs, Seppn und Peppn nach Thanheim gekommen. In der Mitte der älteste und der jüngste Besucher der Josefi-Feier.
Frisch, frei und fromm spielte der erst zehnjährige Josef Rester aus Rannahof auf seinem Akkordeon auf. Er war mit seinen zehn Jahren der jüngste anwesende Josef.