Ausstellung „Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft“

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

„Nicht nur für die Umweltstation Kloster Ensdorf mit ihrem Auftrag zur Bildung zur nachhaltigen Entwicklung, sondern für das gesamte Kloster ist das Thema Nachhaltigkeit von großer Bedeutung“ erklärte Ute Meindl-Kett, die Leiterin der Umweltstation bei der Eröffnung der Ausstellung „Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft“ der Bayerischen Staatsforsten im Kreuzgang des Klosters.

„Der Begriff Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Für die Forstwirtschaft bedeutet dies: ‚Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann“, erklärte bei der Ausstellungseröffnung Forstdirektor Richard Schecklmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg. „Dieses Nachhaltigkeitsprinzip lebt die deutsche Forstwirtschaft seit drei Jahrhunderten. Sie garantiert auf der forstwirtschaftlich nutzbaren Fläche heute neben der Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffes Holz weitere Leistungen, die der Wald für das Wohlbefinden der Menschen nachhaltig erbringt. Schutzfunktion, Lebensraum (Biodiversität), Erholung gehören heute selbstverständlich genauso dazu wie das Pilze- und Beerensammeln oder die Wanderung mit dem Förster.“

Von Nachhaltigkeit werde zwar viel gesprochen und geschrieben, leider werde der Begriff auch immer wieder als Worthülse missbraucht, um Sachverhalte schön zu reden, betont Schecklmann. „Dabei ist Nachhaltigkeit als Prinzip des schonenden und verantwortungsvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen heute wichtiger denn je!“ Nachhaltigkeit schließt die #Berücksichtigung des Wohlergehens nachkommender Generationen mit ein. Das Prinzip weist heute über den Wald hinaus. „Letztlich geht es darum, unseren Heimatplaneten Erde für alle Menschen, nah und fern, heute und morgen, lebenswert zu gestalten.“

Die Ausstellung will mit interaktiven Elementen zum Nachdenken und Mitmachen anregen. So greift im Wald wie in einem Zahnräderwerk alles ineinander. Fällt ein Zahnrad ein Zahnrad aus, funktioniert der Kreislauf bzw. das Netzwerk nicht mehr richtig. Dass dann Biodiversität und Waldfunktion abnehmen und verloren gehen, zeigt ein Modul. Ein weiteres, dass es in der Geschichte auch oft aus der Not geborene Fehlentwicklungen gegeben hat. „Deshalb soll man ja aus der Geschichte bzw. aus Fehlern für die Zukunft lernen“, betont Schecklmann weiter. „Übernutzung war für Bodenfruchtbarkeit, Holzwachstum, Biodiversität, Schutz und Erholungsfunktion verheerend. Aus der Angst der Holznot wurde die nachhaltige Waldwirtschaft vor 300 Jahren geboren und ist bis heute eine Erfolgsgeschichte. Der Kreislauf von Säen, Pflanzen und Ernten ist geschlossen.“

Dass Wald zur Holzproduktion Kohlendioxid aus der Luft braucht, ist mittlerweile wohl jedem bekannt. Die Brennholznutzung ist also CO2-neutral, weil nur so viel freigesetzt wird wie vorher eingebaut wurde. Dass Holz ist ein erneuerbarer, nachwachsender Energieträger ist, und in langlebigen Holzprodukten der gespeicherte Kohlenstoff dauerhaft gebunden und so CO2 der Atmosphäre entzogen wird, zeigt die Ausstellung ebenso. „Nachhaltige Waldwirtschaft leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Klimastabilität und Energiewende.“

An einem Waldquiz kann man in der Ausstellung seine Fachkompetenz testen. Und jeder kann einen persönlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensweise leisten und sich am „Zitatebaum“ veröffentlichen. 

„Damit der Wald seine Leistungen für die Gesellschaft auch in Zukunft sicher erbringen kann, müssen Bäume auch einem sich ändernden Klima gewachsen sein. Nachhaltige Waldwirtschaft heißt deshalb auch auf das richtige Pferd, sprich auf die richtige Baumart zu setzen. Wegen der Landlebigkeit der Waldbäume muss der Waldumbau jetzt schon beginnen und die Baumwahl vorausschauend mit großer Sorgfalt getroffen werden“, betonen Forstdirektor Schecklmann und Forstbetriebsleiter Thomas Verron.

Klosterdirektor Christian Liebenstein sieht in der Ausstellung ein tolles Angebot für die vielen Jugendlichen im Haus der Begegnung und die Chance, Nachhaltigkeit zu verbreiten.

Die Ausstellung lädt Groß und Klein zum Verweilen, Ausprobieren, Lesen und zum Nachdenken ein und zeigt, dass hinter Forstwirtschaft mehr steckt als „Baum schneiden“, sondern ein ganzheitliches, wohl durchdachtes Konzept, dass Wirtschaftliches und Regionalität, aber auch sozialethische und ökologische Aspekte beinhaltet. Die Ausstellung kann bis Pfingsten täglich von 8 bis 17 Uhr kostenlos im Kreuzgang des Klosters Ensdorf besucht werden.

Bilder

Bei der Ausstellungseröffnung v. li. Die Leiterin der Umweltstation Kloster Ensdorf Ute Meindl-Kett, Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein, Pater Josef Wenzl, Forstdirektor Richard Schecklmann von Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg und Thomas Verron, Leiter des Forstbetriebes Burglengenfeld.
Forstdirektor Richard Schecklmann.
Forstbetriebsleiter Thomas Verron.
Bei der Eröffnung der Ausstellung v. l. Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein, Umweltstationsleiterin Ute Meindl-Kett, Forstbetriebsleiter Thomas Verron und Forstdirektor Richard Schecklmann.
Die Funktionen und Aufgaben des Waldes greifen wie ein Zahnräderwerk ineinander.
Teile der Ausstellung.
Teile der Ausstellung.
Teile der Ausstellung.