Leuchtender Advent - viertes Fenster

| Hans Babl | Mittelbayerische Zeitung

Zum sechsten Mal wurden heuer am Klostergebäude an der Hauptstraße links vom Torbogen während der Vorweihnachtszeit Fenster zum Motto „Leuchtender Advent“ eröffnet. Nach dem Pfarrgemeinderat, dem Katholischen Frauenbund und dem Obst- und Gartenbauverein öffneten am vierten Adventsonntag, dem Tag vor dem Heiligen Abend, die Ensdorfer Pfadfinder ihr Fenster. Thema: „Mit Frieden gewinnen alle“.

Wie jedes Jahr machen sich die Pfadfinder am dritten Adventsonntag auf nach Regensburg, um das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem in Empfang zu nehmen. Licht ist das weihnachtliche Symbol schlechthin. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnern sie an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen.

„Mit Frieden gewinnen alle“ steht über der Friedenslichtaktion 2012 in Deutschland. Es geht um die kleine Flamme aus Bethlehem. Pfadfinderinnen und Pfadfinder tragen dann das Licht in viele Länder der Erde und geben es dort an unzählige Menschen weiter. „Uns soll bewusst werden, dass wir diese Flamme und die Sehnsucht nach Frieden mit vielen Menschen auf der Welt teilen. Durch die Weitergabe des Lichtes wird dieses zum Werkzeug des Friedens, welches Grenzen von Nationen, Religionen und Kulturen überwindet und dabei eine Verbindung zwischen den Menschen schafft“, erklärten die Ensdorfer Pfadfinder bei der Eröffnung des vierten Fensters zum „Leuchtenden Advent“.

Zu Beginn verlasen die Pfadfinder die sinnige und zum Nachdenken anregende Geschichte eines kleinen Jungen, der zu seinem Vater kam und spielen wollte. Der aber hatte keine Zeit und auch keine Lust zum Spielen. Also überlegte dieser, womit er den Buben beschäftigen könnte. In einer Zeitschrift fand er eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Diese Bild riss er aus und zerschnipselte es in viele kleine Teile, die er dem Jungen gab und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Weile beschäftigt sei. Der Bub zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild. Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe. Das Kind sagte:“ Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und wenn der Mensch in Ordnung ist, dann ist auch die Welt in Ordnung.“

„Welche Art von Frieden suchen wir?“ fragten die Pfadfinder die Anwesenden bei der Eröffnung des vierten Fensters zum „Leuchtenden Advent“. Sie sprachen vom „aufrichtigen Frieden“, vom Frieden, der dem Leben auf der Erde einen Wert gibt. Nicht nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden für alle Zeit. „Denn unsere Probleme sind von Menschen gemacht und können nur von Menschen gelöst werden. Denn letzten Endes ist unsere tiefe Gemeinsamkeit, dass wir alle diesen kleinen Planeten bewohnen. Wir alle atmen dieselbe Luft, wir alle hoffen für die Zukunft unserer Kinder und wir alle sind sterblich.“  

Dann entzündeten die Pfadfinder die Kerzen der Anwesenden mit dem Friedenslicht aus Bethlehem, das diese dann Nachhause in ihre Familien trugen. Zum Schluss wurde zu gott gebetet: „Mach mich zum Werkzeug Deines Friedens, damit ich liebe, wo man hasst; verzeihe, wo man beleidigt; verbinde, wo Streit ist; die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; Glauben bringe, wo Zweifel droht; Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; Licht entzünde, wo Finsternis regiert; Frieden bringe, wo Kummer wohnt. Herr lass mich trachten, nicht, dass ich getröstete werde, sondern tröste: nicht, dass ich verstanden werden, sondern dass ich verstehe; nicht, dass ich geliebt werden, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet; wer verzeiht, dem wird verziehen und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.“

Pfadfinderkurat Pfarrer Pater Hermann Sturm wünschte, dass Frieden einkehre in uns, damit wir ein klein bisschen Frieden hinaustragen können in die Welt.

Die Fenster „Leuchtender Advent“ werden noch bis zum 6. Januar täglich von 6 bis 8 Uhr und von 16 bis 22 Uhr beleuchtet.