Gloria in excelsis Deo

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

In alter klösterlicher Tradition wurden die Weihnachtsgottesdienste in der Pfarrkirche St. Jakobus wieder durch sakrale Musik würdig gestaltet.

Beim von Pfarrer Pater Hermann Sturm mit Pater Alfred Lindner zelebrierten feierlichen Hochamt am 1. Feiertag sangen und spielten in der Asamkirche „Chor und Orchester St. Jakobus Ensdorf“  unter Leitung von Gerhard Tschaffon, seit über 40 Jahren Kirchenchorleiter und Organist in Ensdorf,  beim Festgottesdienst die „Pastoralmesse in G (Opus 24)“ des 1819 geborenen Augsburger Domkapellmeisters Karl Kempter. Ferner erklang „Tollite Hostias“ von Camille Saint-Saens sowie der Choral „Ich steh’ an deiner Krippen hier“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Unterstützt wurde der Chor von Streichern, Holzbläsern, Pauken, Hörnern, Posaunen und Trompeten. Die Orgel spielte Stefan Roggenhofer. Das Sopransolo sang Elke Bauer-Hammer. Die engagierten Laienmusiker reisen seit vielen Jahren zum Teil von weit her und begeisterten auch heuer die Gottesdienstbesucher, die zum Schluss viel Beifall spendeten. Die Gemeinde beteiligte sich mit festlichen und weihnachtlichen Liedern.

Als Zentralpunkt seiner Predigst stellte Pfarrer Sturm die Bedeutung des Worts „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“, heraus. „In seiner menschlichen Person zeigt uns Jesus das wahre und echte Gesicht Gottes. Jesus – der Name ist Programm – übersetzt heißt er ‚Gott rettet’. Gott hat sich endgültig zu seiner Welt bekannt, er ist der Retter, der Erlöser.“  Doch auch der weitere Teil des Johannes-Evangeliums, in dem es heißt „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden. Aber die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigentum, aber die seinen nahmen ihn nicht auf“, sei bedeutend. „Wie wäre es heute, wenn er bei uns geboren würde? Würden wir ihn erkennen, ihn aufnehmen?“ fragte der Geistliche. „Gott hat es schwer in unserer Welt. Das Christentum ist bei uns zusehends im Schwinden“, stellte Pfarrer Sturm fest und kritisierte den Weihnachtsrummel über dem viele den wahren Sinn des Weihnachtsfestes vergessen: Gott ist Mensch geworden. Er gab den Gläubigen nach dem Johannes-Evangelium zu bedenken: „Allen, aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu sein!“ 

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal bedankte sich Pfarrer Sturm bei den Musikern für die Gestaltung des Festgottesdienstes „mit meiner liebsten Messe“ und allen kirchlichen Mitarbeitern und Helfern der Pfarrei für ihren Einsatz.

Die um die Wende zum 19. Jahrhundert besonders beliebten Pastoralmessen beinhalten viele Elemente aus der Hirtenmusik. Besonders deutlich auskomponiert sind die Stellen, denen Bibelworte aus dem Weihnachtsevangelium zugrunde liegen. Dazu gehören vor allem „Gloria in excelsis Deo“ und „Et incarnatus est“.

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