Jahresrückblick 2010

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Ensdorf ist im abgelaufenen Jahr von 2422. auf 2349 gesunken. 29 Personen verstarben, 14 Kinder wurden geboren. „Ein Abwärtstrend“, so Bürgermeister Markus Dollacker.

Bei einem Schuldenstand von noch 2,434 Millionen Euro zum Jahresbeginn, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1082 Euro entsprach, baute die Gemeinde ihre Schulden in diesem Jahr auf 2,352 Millionen Euro oder 1047 Euro je Einwohner ab. Aufgrund der ordentlichen Tilgung von 45000 Euro und einer Sondertilgung von 37000 Euro konnte der „Schuldenberg“ etwas mehr abschmelzen „Die Rücklagen“, so Kämmerer Josef Donhauser, „werden voraussichtlich wegen der finanziellen Entwicklung spätestens im kommenden Jahr aufgebraucht sein. Mit dem notwendigen Sparkurs konnte die Gemeinde wie in den vergangenen Jahren finanziell keine großen Sprünge zu machen. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise werden wir aber erst 2011 und 2012 so richtig zu spüren bekommen.“

Stichpunkte für das Jahr 2010 sind für Bürgermeister Markus Dollacker: „Stephansturm: historisch und wertvoll. Baugebiet Hammerberg in Wolfsbach: Zukunft und viel versprechend. Rathaussanierung: nötig und schön. Straßenbeleuchtung: sicher und sparsam. Sportheimumbau: Gemeinsinn und sportlich. Brückensanierung: überfällig und erforderlich. Naturpark Hirschwald: mühsam, aber Aufbruch. ZEN: wächst und glückt. Treffpunkt Grün: Erfolg versprechend und förderlich. Tierschutz: strittig, aber notwendig.“ 

„Im Jahr 2010 konnten folgende Maßnahmen getätigt werden“, berichtet  Bürgermeister Markus Dollacker: Baugebiet Hammerberg in Wolfsbach wurde erschlossen und ist verkaufsfertig. Endlich wurde die Sanierung des Stephansturmes abgeschlossen. Die Freizeitlinie „Lauterach Express“ war wieder ein Erfolg, der fortgesetzt wird. „Ich habe angeregt, dass die Linie noch besser den Naturpark Hirschwald integrieren soll und die Unkosten über den Naturpark bestritten werden sollen.“ Die energetische Sanierung des Rathauses Ensdorf ist abgeschlossen. „Das Rathaus wird nun endlich ein Rathaus und kein Schulhaus mehr. Die Innenarbeiten sind in vollem Gange.“ Die komplette Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet wurde umgerüstet auf neue Energiesparlampen. „wir werden damit 55 Prozent der elektrischen Energie einsparen“, so Dollacker.

„Das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit ZEN hat endlich sichere und dauerhafte Beine – den Landkreis Amberg-Sulzbach. Durch die großartige Unterstützung können die Anstrengungen des ZEN gesteigert werden. Als Heimatgemeinde des ZEN liegt es aber auch an uns, das ZEN weiterhin zu fördern und zu unterstützen“, erläutert der Bürgermeister.

„Es gab auch kleine Dinge, die uns wieder zeigen, dass Zusammenhalt, Gemeinsinn und Solidarität wichtig sind, viel bewegen können“, betont Dollacker. Fische freuen sich, denn jetzt können sie wieder leichter Vils aufwärts oder abwärts schwimmen. Der Eigentümer der Wasserkraftanlage in Wolfsbach hat in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Wassertreppen eingebaut, die sich über mehrere Naturbecken erstrecken und sogar vereinzelt zum Baden einladen. Auch die Wassersportler mit ihren Kanus haben jetzt dort kein Hindernis mehr. Mit dem Neu- und Umbau des DJK-Sportheims wurde begonnen. Er wird von der Gemeinde mit einem Zuschuss von 43000 Euro unterstützt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 250000 Euro. „Auch dies ist nur durch Mithilfe der Mitglieder, Sponsoren und freiwilligen Helfer möglich“, so der Bürgermeister.

Die Mittelschule Ensdorf im Schulverbund Unteres Vilstal mit den ehemaligen Hauptschulstandorten Kümmersbruck Freudenberg und Ensdorf wurde gegründet. Der Schulverbund besteht aus den Gemeinden Kümmersbruck, Ebermannsdorf und Ensdorf sowie aus den Märkten Rieden, Freudenberg  und Schmidmühlen. „Eine Mittelschule zu gründen fiel nicht leicht, war aber aufgrund der Schülerzahlen die einzig sinnvolle Möglichkeit, die Schule Ensdorf für die nächsten Jahre zu erhalten. Ich verbinde damit die Hoffnung auf eine Weiterentwicklung und Qualifizierung des Unterrichts an der Mittelschule“, betont Bürgermeister Dollacker. Die Mittelschule Ensdorf wurde vom Bayerischen Umweltminister Söder zur Umweltschule erkoren. Auch wurde in der letzten Kreistagssitzung der Arbeitsgemeinschaft Praxis der Umweltschule und Mittelschule Ensdorf der Umwelt- und Naturschutzpreis des Landkreises Amberg-Sulzbach verliehen. Die offene Ganztagsschule wurde und wird fortgesetzt. Hier erhalten die Schüler/innen ein Mittagessen und erfahren qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, natürlich auch Freizeitspaß miteinander. Die vor zwei Jahren eingeführte papierlose Schultasche mittels USB Stick und kostenloser Software vom Kultusministerium wurde auch heuer fortgesetzt.    

In der Gemeinde Ensdorf gibt es  ein reges Vereinsleben. Der Heimat- und Kulturverein engagierte sich bei „VilsKultur“ im Schloss Theuern, erforschte das „Wirtshaussterben“ in der Gemeinde, das der Bürgermeister als das „Verschwinden eines Stücks Dorfkultur“ bezeichnet. Mit Gerhard Tschaffon hat der Verein einen neuen Vorsitzenden bekommen. Die DJK Ensdorf als vielseitiger Sportverein erzielte viele sportliche Erfolge. Die Wanderfreunde führten heuer ihren 33. Internationalen Wandertag durch und spendeten bei „Deutschland wandert“ für Muskoviszidose e. V. Zum 9. Mal fand das „Kaff-Rock-Festival“ statt. In Thanheim war wieder „Deje-Vue-Rock“. Ein buntes Mosaik bot der Pfarrfamilienabend. Das Ferienprogramm verschiedener Vereine fand bei den Kindern großen Anklang, soll kommendes Jahr nochmals erweitert werden. Zum 6. Mal stellten Ensdorfer Künstler ihre Werke aus. Zum 14. Mal fand der Tag der Regionen statt, zum 17. Mal der Ensdorfer Adventbasar. Die Ensdorfer Volksmusikgruppen luden zum 19. Mal zur „Adventlichen Stund’“, zum 25. Mal die Schnupfer zur Waldweihnacht auf dem Eggenberg.

Die Pfadfinder Ensdorf  brillierten beim „Georgstag“ des Bezirkes in Ensdorf. Sie spielten auch heuer wieder Theater. Sein 50-jähriges Gründungsjubiläum feierte der Obst- und Gartenverein „Heimaterde Ensdorf“. Das „Haus der Begegnung der Salesianer Don Boscos besteht seit 25 Jahren.

Gefeiert wird in Ensdorf gehörig. Nicht nur im Fasching ging es rund – auch bei diversen Vereinsfeiern, kirchlichen Festen und den traditionellen Kirchweihen sowie bei Veranstaltungen des BRK-Seniorenheims, der Caritas-Sozialstation und des Kindergartens St. Jakob. Tag der Regionen (Erntedankmarkt), Adventbasar und Waldweihnacht haben schon Tradition. Das 6. Gemeindefest mit Gewerbeschau war ein voller Erfolg. Termin für das 7.: 18./19. Juni 2011  

Natürlich waren die drei gemeindlichen Feuerwehren sehr aktiv. Viele Übungen und Leistungsprüfungen wurden absolviert. Die Ensdorfer spielten wieder ihren „Vereinskini“ aus und führten das „Knackwurstfest“ durch.  

Im Kloster tut sich viel. Groß gefeiert wurde wie jedes Jahr der Don-Bosco-Tag und der Familientag. Beim Frühjahrskonzert zeigten die über 200 Musikschüler im Kloster Ensdorf ihr Können. Unzählig fast die Veranstaltungen von Haus der Begegnung, Umweltstation und Umwelt-Musik-Werkstatt unter dem Motto „SchöpfungsErleben“. Die diversen Ausstellungen im Kreuzgang des Klosters zogen viele Besucher an. Zum neunten Mal durchgeführt wurden mit Musik, Poesie und Natur die „Umwelt-Kultur-Tage“. 

In der Pfarrei werden besondere Kindergottesdienste gefeiert. Zu Täuflingstreffen und Ehejubiläen eingeladen.

Was tat sich noch in der Gemeinde Ensdorf im abgelaufen Jahr? Pater Andreas Dietz ist gestorben. Rektor Siegfried Seeliger feierte seinen 50. Geburtstag. Gerhard Tschaffon ist seit 40 Jahren Organist und Kirchenchorleiter. Im Kloster vollzog sich ein Wechsel:  Klosterdirektor Pater Georg Matt verließ Ensdorf. Sein Nachfolger ist Pater Christian Liebenstein.

Und im Jahr 2011?  Der Krieger- und Reservistenverein feiert sein 100-jähriges Bestehen. Die Brückensanierungen werden fortgeführt. Geplant wird die Gestaltung des Klosterinnen- bzw. Kirchenvorhofes. „Beim Naturpark Hirschwald habe ich die Hoffnung, dass es jetzt schneller und effektiver vorangeht“, sieht Bürgermeister Markus Dollacker trotz um rund 50000 Euro geringerer Schlüsselzuweisungen in die Zukunft.

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