A g’scheite Kirwa dauert drei Tog

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Zum Kirwabrauchtum gehört das Austanzen des Kirwabaums. Zahlreich waren dazu am Sonntag bei Wind und Sonnenschein viele Zuschauer zum Dorfweiher gekommen, wo seit Samstag der 32 Meter hohe Kirwabaum steht.

„I hol di’ mit mei’m Traktor ab“ hätte man singen mögen als die elf feschen Kirwapaare auf dem Anhänger des alten Lanz-Bulldogs antuckerten. Dann marschierten diese zur zünftigen Kirwamusik des Trios „DU, ER und I“ zum Kirwabaum. Dort angekommen wurde erstmal der Durscht aus den „stoanern“ Maßkrügen gelöscht, denn – so sangen die hübschen Kirwapaare  - „Der Rausch lasst nou!“ Die Rufe „Wer hot Kirwa?“, „Wer hot die feschesten Kirwamoidln?“ „Wer hot die strammsten Kirwaburschen?“ „Wer hot den schöinsten Kirwabaum?“ „Wer hot den besten Kirwabaumschnitzer?“ erklangen so lautstark als wären die Kirwapaare schon profihaft „lang gedient“. Dabei gibt es heuer seit 50 Jahren erst zum zweiten Mal wieder eine echte weltliche Kirwa in Thanheim!

Nun waren wieder die drei urigen Musikanten an der Reihe: Der Kirwbaum wurde ausgetanzt. Florian Walter aus Ammersricht hatte den Thanheimer „Jung-Kirwapaaren“ den „Maxberger“, „Sternpolka“, „S’Mühlradl“ und „Siebenschritt“ sowie Walzer einstudiert. Dafür bekam er auch ein Geschenk. Die Thanheimer Kirwapaare tanzten zur Musik, was das Podium aushielt. Zwischendurch musste immer wieder mal der „Durscht gelöscht“ werden. Als Nachfolger von Lisa Rester und Martin Färber wurde als neues Oberkirwapaar – es hat für den Ablauf der nächstjährigen Kirwa zu sorgen – wurden Franziska Scheuerer und Sebastian Bösl ausgetanzt. Sie warfen Bonbons, worauf sich die vielen staunenden Kinder freudig stürzten. 

Zuvor aber sangen die feschen Kirwapaare Gstanzln, wobei manches „Insiderwissen“ und manches „Insidergeschehen“ an den Tag kam und preisgegeben wurde. Da bekamen manche ihr Fett weg. „D’ Ensdorfer Feierwehr hots a niard leicht. Wenn halt ’s Geld für d’ Broudwürschtl niard reicht“ wurde gesungen. Oder: „As Astanzen in Wolschba woar heier so fad. Da hätt ma liaba unsre Wies’n o’g’maht.“ Und: „In Luiding dou han uns’re Wildsai dahoam. Doch unsere Jaga sitz’n im Wirtshaus vorn.“  

„Drei Tog, geh’n ma nimmer ham“ sangen die Kirwapaare immer wieder, während das Trio „DU, Er und I“ bis in die Morgenstunden im Festzelt für zünftige Stimmung sorgte. Am Montag spielten „D’ Lengenfelder Musikanten“ noch einmal zum Kirwatanz auf, wurde der Kirwabaum und viele schöne Preise der großen Tombola verlost. So ganz stimmte es ja nicht, das „Drei Tog geh’n ma nimmer ham“ ja nicht. Zwischendurch wurde schon kurzfristig geschlafen. Aber die Thanheimer Jugend bewies dennoch wieder den Spruch: „A g’scheite Kirwa dauert drei Tog!“

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