In Thanheim ist Kirwa

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Nach rund 50 Jahre gab es vergangenes Jahr in Thanheim endlich wieder eine Kirwa mit Kirwapaaren. Auch heuer wieder gibt es eine „echte weltliche Kirwa“! Das Motto haben die Kirwaleit auf ihre T-Shirts gedruckt: „Rund ist die Kugel, schön ist die Welt, in Thanheim ist Kirwa, wie’s uns gefällt.“

Dafür gesorgt hat das Oberkirwapaar des vergangenen Jahres: Lisa Rester und Markus Färber, unterstützt von weiteren zehn feschen Mädchen und strammen sowie Michael Rothut sen., dem Wirt des Gasthauses „Zur Dorfschmiede“.

So banden die elf Kirwmoidl drei Kränze, die sie dann, zusammen mit dem Gipfel des großen Kirwabaumes, mit weißblauen Bändern schmückten. Die kerzengerade gewachsene 32 Meter große Fichte hatte Hans Lappat spendiert. Dann wurde der Baum von Stefan Rothut und seinen Mitarbeitern fachmännisch teils geschält und geringelt, wurden „Thanheim 2009“, ein süßes Herzchen und ein bayrisches Rautenmuster eingeschmitzt.

Zur Musik der Jugendgruppe der Blaskapelle Neukirchen wurde der mächtige Baum mit dem Traktor zum Dorfweiher gezogen. Sodann stellten am Samstag 32 kräftige Männer mit ihren 64 muskulösen Armen und sieben Gaoßn in Anwesenheit des Ensdorfer Bürgermeisters Markus Dollacker und des Klosterdirektors Pater Georg Matt in knapp zwei Stunden den 32-Meter-langen Baum in die Senkrechte. Dabei hörten alle – mehr oder weniger genau - auf die Regie von Baummeister Wirt Michael Rothut sen. „Manna, san ma’s?“ fragte er. „Naja, dann pack’ ma’s wieder! Und – Hau-Ruck!“ kommandierte er. „Passt scho’“, meinte er dann. Des wor a guata Schub!“ Endlich war der Baum in die Senkrechte gehievt und ins zwei Meter tiefe Kirwabaumloch geflutscht. Mit Rundhölzern wurde er sodann mit kräftigen Schlägen verkeilt – sicherheitshalber!

Erst nachher schenkten die netten Kirwamoidl endlich die ersten Maßen des heiß begehrten Kirwabieres an die durstigen Männer aus, die noch das Tanzpodium aufstellen mussten. Dazu spielte der zwölfjährige „Michael Rothut III“, Enkel des Festwirtes, auf seiner Diatonischen richtig zünftige Kirwamusi.

Gestern tanzten die acht Thanheimer Kirwapaare den Baum aus und nahmen mit Gstanzl Ereignisse des Gemeindelebens des vergangenen Jahres aufs Korn. Danach spielte das Trio „DU, ER und I“. Darüber berichtet die „Mittelbayerische Zeitung“ ausführlich in Wort und Bild in ihrer morgigen Ausgabe. Heute spielen abends „D’ Lengenfelder Musikanten“ urige Kirwamusi, sorgen für Stimmung und Tanzmusik, Der Baum wird gegen 22 Uhr verlost.

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