Wolfenbauer-Kapelle von Grund auf renoviert

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Wolfsbach.de, Mittelbayerische Zeitung

Keine sieben Zwerge, sondern fünf mutige und gleichgesinnte Wanderfreunde des Bayerischen Waldvereins Sektion Amberg haben die Flurkapelle im Krückental südlich von Hofstetten, die so genannte „Wolfenbauer-Kapelle“, am Wanderweg E7 von Hofstetten nach Ensdorf aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Klosterdirektor Pater Georg Matt segnete die von Grund auf renovierte Kapelle.

Das Kleinod zählt zu den Flurdenkmälern der Gemeinde Ensdorf. Sakrale Flurdenkmäler – Kreuze, Marterln und Flurkapellen -  mahnen zum Gebet und zur Besinnung und sind Zeitzeugen der Vergangenheit, was oft im heutigen globalisierten Industriezeitalter in Vergessenheit geraten ist.

In Vergessenheit geraten war auch die kleine Kapelle im Krückental. Verlassen von den Menschen, umwuchert von einer trostlosen Verwilderung, döste sie im Laufe der Jahrzehnte dahin. Diesem Schicksal setzten die Wanderfreunde Alfons Lehmeier, Michael Lautenschlager, Hans Vilser, Reiner Hemrich und Josef Schrott aus Amberg ein Ende. Bei einer Wanderung im September 2008 beschlossen sie, sich der Kapelle anzunehmen und sie zu renovieren.

Wie häufig, so auch im Fall der „Wolfenbauer-Kapelle“, brachten Nachforschungen über Entstehung und Anlass der Errichtung der kleinen Feldkapelle selbst beim Eigentümer Michael Erras keine näheren Erkenntnisse. Nach Ansicht der Wanderfreunde dürfte sie nach dem ersten Weltkrieg errichtet worden sein. Beim Freilegen der Innenwände, die von Pilzen und Schimmel befallen waren, kamen unter dem Putz nämlich Ornamente an den Wänden zum Vorschein, die in diesem Zeitraum auch in Wohnungen üblich waren. Auf der Rückseite des Altarbildrahmens wurde die Jahreszahl 1843 vorgefunden. Somit dürfte das Altarbild älter als die Kapelle sein und aus einer ehemaligen Hof- oder Hauskapelle stammen. Fragen bleiben noch offen über das aufgefundene gebrochene gusseiserne Kreuz mit Korpus, ähnlich wie man es auf Marterln häufig vorfindet. Es könnte Zeugnis geben über eine vorausgegangene Leidensgeschichte.

Bereits im Oktober 2008 begannen die Wanderer mit der Rodung der Hecken, dem Entfernen der Wurzelstöcke. Das Fundament musste freigelegt werden, weil das Wurzelwerk bereits in die Mauern eingedrungen war. Bei dem Fundament, wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann, handelte es sich um wahllos aufgeschichtete Bruchsteine mit erheblichen Lücken. Im Frühjahr 2009 wurde das Fundament ausgebessert, isoliert und drainiert. Eine Pflasterrinne wurde angelegt, der Vorplatz und die Umrandung der Kapelle gepflastert, Dachrinnen angebracht. Die Feldkapelle wurde innen und außen neu verputzt, erhielt einen neuen Anstrich. In 225 Arbeitsstunden der fünf Wanderfreunde und durch Material- und Geldspenden konnte die „Wolfenbauer-Kapelle“ im Krückental bei Hofstetten vor dem Verfall gerettet und renoviert werden.

Unterschiedlich sind die Anlässe zur Errichtung solcher Bildstöcke, Kapellen, Feld- oder Wegkreuze. Sie dienen oft als Stationen bei Flurumgängen oder Prozessionen. Alle aber in der Absicht errichtet worden, den Vorübergehenden zur Andacht und Besinnung anzuregen. „Gott ist groß in der Natur, leuchtend sieht man seine Spur. Willst Du ihn noch größer seh’n, bleib an der Kapelle steh’n.“

In einer kleinen Feier unter Teilnahme der Hofstettener Bevölkerung segnete Klosterdirektor Pater Georg Matt die renovierte Feldkapelle. Sie solle Zeichen der Einheit sein, betonte er in seiner kurzen Ansprache. Sie solle anregen zum Innehalten und Beten. „Wenn der Mensch hier stehen bleibt und innehält, merkt er Gott.“ Er und Bürgermeister Markus Dollacker dankten den fünf Wanderern des Bayerischen Waldvereins Sektion Amberg dafür, dass sie sich der Ruine angenommen haben, etwas gebaut haben, das glänzt. „Ich bin stolz darauf, dass es Menschen gibt, die sich um die Kapelle kümmern. Der strahlende Sonnenschein zeigt, wie auch Gott sich freut, dass diese Kapelle wieder erstrahlt“, so der Bürgermeister. Als äußeren Dank überreichte er den fleißigen Wanderern im Namen der Gemeinde Ensdorf ein kleines Geschenk.

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