Professfeier im Kloster

  |  Hans Babl |   Ensdorf.de, Mittelbayerische Zeitung

Das Hochfest der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel ist für die Salesianer Don Boscos immer ein ganz besonderer Tag. Denn dann legen sie ihr Ordensgelübde ab. Heuer war am Vortag nur eine „kleine“ Feier zum Professjubiläum vor 75 bzw. 50 Jahren in Ensdorf. Die „große“ fand am Festtag selbst in Jünkerath in der Eifel statt, wo seit 1967 das Noviziat der deutschen Provinz ist. Zuvor war es seit 1920 in Ensdorf.

Den Dankgottesdienst in der Hauskapelle zelebrierte Provinzial Pater Josef Grünner zusammen mit Pater Siegfried Schäffler aus Buxheim und Pater Alois Gaßner aus Pfaffendorf und weiteren 16 Patres und unter großer Anteilnahme der Mitbrüdergemeinschaft. Der Provinzial und die Jubilare dankten für ihre Berufung und die vielen Jahre Treue zu den Salesianern Don Boscos. „Ein Jubiläum feiern ist Anlass zum Innehalten, den Beginn und den ganzen Zeitraum in Blick nehmen, Bestärkung holen“, so der Provinzial in seiner Ansprache. 75 und 50 Jahre seien ein guter Zeitpunkt für Besinnung, Dank und Feier. „Dank an Gott und euch Jubilare für euer Dasein, euer Wirken und eueren Einsatz als Salesianer Don Boscos.“ Die Jubilare erneuerten ihr Professgelübde.

Anschließend erinnert Pater Grünner an das, was vor 75 oder 50 Jahren war. „Eure – vielleicht nicht einfache - Entscheidung hat Mut gekostet. Die Begeisterung für Don Bosco und sein Wirken war starkes Motiv für euere volle Einsatzbereitschaft für junge Menschen als erfüllende Aufgabe im Vertrauen auf Gottes Hilfe als tragendes Fundament, euer hoffnungsvolles Ja im Bewusstsein eigener Stärken und Schwächen.“ Die Zeiten und wir mit ihnen hätten sich seither geändert: kirchlich, gesellschaftlich, pädagogisch, salesianisch und persönlich. „Bleiben soll die Verbundenheit mit Gott, die Hingabe für die Menschen und die Treue zu Don Bosco und die salesianische Gemeinschaft.

50-jährige Profess feierten Pater Franz Unfried aus Ismaning, Pater Leonhard Dietrich aus Waldwinkl, Pater Manfred Hofmann aus Würzburg, Pater Alois Gaßner aus Pfaffendorf und Pater Framz Schaumann aus Kaufering.

Pater Siegfried Schäffler legte vor 75 Jahren 1934 in Ensdorf seine erste Profess ab (Als einer von 110 Novizen!). „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut“, so der Jubilar. In der Treue zu Don Bosco und den Salesianern habe er „seine Erfüllung gefunden“. Der äußerst agile und rüstige ist der einzige in der deutschen Provinz, der das seltene 75-jährige Professjubiläum feiern kann. 1940 wurde zum Militärdienst als Sanitäter eingezogen, wurde später zum Studium beurlaubt und am 16. Februar 1941 in Würzburg zum Priester geweiht. Im April desselben Jahres musste er zur Wehrmacht zurück, wurde verwundet, geriet in amerikanische Gefangenschaft. Er war bis 1953 Erzieher und Seelsorger im Josefsheim der Salesianer in Bamberg, dann im Canisiusheim, unterrichtete dann im Salesianergymnasium in Buxheim Religion, Latein, Deutsch und „gelegentlich auch Französisch“. Unterricht erteilte er auch in Burghausen, wo er dann auch war Direktor des Gymnasiums war. Von 1978 bis 1980 war Pater Schäffler in Ensdorf Religionslehrer und Betreuer der Salesianischen Mitarbeiter. Anschließend war er bis 1998 in Bad Wörishofen, der ältesten salesianischen Seelsorgestelle tätig. Seither lebt der Jubilar in Buxheim. Zu seinem 90. Geburtstag wünschte er sich einen Computer. Schreibt seither all seine Arbeiten und Bücher darauf und ist mit dem Medium Internet bestens vertraut.

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